Teil 1
Dieselbe Buchhaltung, zwei Plattformen
Von Quelle zum Mart schneidet Grain, nachdem eine Quelle autoritativ ist. Lade-Entscheidungen wählen Tabellen in einem System. Diese Serie schneidet den Plattformwechsel: dieselbe Fachwahrheit auf On-Prem und SaaS — mit Map, Vergleichspack, Consumer-Cutover und Sunset.
Die Serie ERP On-Prem nach SaaS gibt dir den Einstieg und den roten Faden für die folgenden Teile.
Ausgangslage
Finance zeigt In der Praxis zwei Umsatzzahlen. Die eine kommt aus Navision On-Prem, die andere aus Business Central SaaS. Beide Jobs sind grün. Niemand kann sagen, welche Plattform für welchen Zweck autoritativ ist. Teams kaufen dann ein Migrations-Cockpit oder legen zwei Dashboards nebeneinander — und Dual-Run wird unbegrenzt.
Diese Serie ist für dich, wenn dieselbe ERP-Linie umzieht (On-Prem → SaaS) und du Authority, Identifier-Map und Vergleich festziehen musst, bevor Consumer umgestellt werden.
Nicht diese Serie, wenn Seller und Buyer zwei Firmen sind — Datenintegration bei M&A — oder CRM und ERP um denselben Kunden streiten — Dieselbe Entity, zwei Systeme. Dynamics 365 Dataverse Sales ist eine andere Source, nicht Business Central.
Was diese Serie klärt
- Orientierung: On-Prem und SaaS sind nicht dieselbe Source (diese Seite)
- Tiefe: Objekt- und Identifier-Map
- Tiefe: Vergleich als Produkt
- Tiefe: Cutover der Nutzer
- Abschluss: On-Prem kontrolliert abschalten
Begriffe vor dem Lesen
- Plattform-Authority — welche Umgebung für welchen Zweck und welche Periode die führende Wahrheit ist. Derselbe Produktname ersetzt die Entscheidung nicht.
- Customization-Gap — C/AL-, AL- oder Tabellenerweiterungen, die in SaaS fehlen oder anders heißen. Unmapped Custom ist kein „wird schon passen“.
- Identifier-Map —
Customer No.gegenSystemId, Company/Mandant, Belegnummer. Ohne Map ist Join Folklore. - Comparison Pack — Abgleich als Produkt: Beleg oder KPI, Toleranz, Defect-Klasse, Freigabe, Ausstieg. Zwei Dashboards sind kein Pack.
- Nutzer-Cutover — wer ab welchem Datum welche Wahrheit nutzen darf (Report, Schnittstelle, Warehouse-Feed).
- Sunset — Abschaltung mit Attestation, Legal Hold, Redirect — nicht der Abschalter am Produktivabend.
Lesepfad
- Dieselbe Buchhaltung, zwei Plattformen
- Objekt- und Identifier-Map
- Vergleich als Produkt
- Cutover der Consumer
- On-Prem kontrolliert abschalten
Lehrfall ist Navision / Dynamics NAV On-Prem gegen Business Central SaaS. Die Beispiele sind Lehrfälle (keine Kundendaten). Ersetzt Firmen-, Beleg- und Tabellennamen durch eure Catalog-, ERP- und Prozessquellen. Dasselbe Muster gilt für ECC→S/4 oder Sage On-Prem→Cloud.
zwei Umsatzzahlen, und niemand besitzt die führende Plattform für den Zweck.
Lösung: Zuerst festlegen, dass On-Prem und SaaS zwei Sources sind. Dann Authority, Grain und Customization-Gap für einen Belegkreis. Der Vergleich kommt als Produkt — nicht als zweites Dashboard.
In einem Satz: Derselbe ERP-Name macht On-Prem und SaaS nicht zur selben Source.
Entscheidung
- Zwei Plattformen, zwei Sources. Produktlinie ist kein Identifier.
- Ein Data Owner für den gewählten Belegkreis — Alias Business Owner. Plattform-Admin ist Custodian.
- Ein Grain je Vergleich (Belegkopf oder Belegzeile oder G/L-Zeile) — nicht gemischt.
- Customization-Gap schriftlich, bevor der erste Mart-Join gebaut wird.
- Kein stiller Dual-Run. Parallele Zahlen brauchen Authority, Toleranz und Exit — Teil 3.
Produkte und Entscheidungen
Der Lift braucht keine „Migrationsplattform“, sondern geschnittene Produkte.
Plattform-Authority-Karte
- On-Prem-Umfang und SaaS-Umfang; Zweck; Periode; führende Plattform; Ausnahme mit Ablauf.
Entscheidungen: Welche Company und welcher Belegkreis in dieser Welle?; Wer entscheidet, wenn die Zahlen abweichen?
Identifier-Map
- Business Key, SystemId, Company, Belegnummer, was in SaaS fehlt.
Entscheidungen: Welcher Key überlebt den Join?; Welche Custom-Tabelle ist Scope-out?
Comparison Pack
- KPI oder Beleg, Toleranz, Defect-Klasse, Freigabe, Enddatum.
Entscheidungen: Was gilt als „gleich genug“?; Wann endet Dual-Run je Consumer?
Consumer-Cutover
- Report, Schnittstelle, Warehouse-Feed; Stichtag; Redirect.
Sunset On-Prem
- Attestation, Legal Hold, Print/Localizations, technische Deaktivierung.
Wo Governance hängt
Zwischen Produktname und Source
„Wir haben Navision“ und „wir haben Business Central“ beschreiben Lizenzen, nicht Authority.
Zwischen Customization und SaaS-Standard
Eine On-Prem-Zusatztabelle ohne Map landet als Schattenwahrheit im Warehouse.
Zwischen zwei grünen Jobs und einer führenden Zahl
Reconcile ohne Owner ist Folienarbeit.
Zwischen Report-Cutover und Feed-Cutover
Das Dashboard zeigt SaaS, die Schnittstelle schreibt noch On-Prem.
Zwischen Stop-Switch und unbekanntem Consumer
Ohne Attestation ist Abschalten ein Blindflug — Teil 5.
Rollen-Mapping
Data Owner (Finance Close / AR)
Accountable für Zweck, führende Plattform und die Handlung, wenn die Toleranz reißt. Nicht der Warehouse-Join.
Lift Owner
Orchestriert Wellen, Map und Cutover-Fenster. Nicht fachlicher Owner jedes Belegs.
Data Steward
Triagiert Defects, pflegt die Map, eskaliert Authority-Konflikte.
Data Architect
Schützt Grain, Identifier-Kardinalität und Breaking Changes an der SaaS-API.
Data Custodian
On-Prem-DBA und BC-Admin setzen Extract, Rechte und Job-Pausen um. Konfigurationsmacht ist keine Close-Autorität.
Control Owner
Definiert Comparison-Pack-Tests, Negativpfad und Exit.
Data Consumer
Controller, Billing, Analytics — nur mit Zweck. Abweichungen über denselben Intake.
Hilfskarte — wen zuerst fragen
Hüte: Wer hilft wem an der Quelle.
| Du musst wissen | Erstkontakt | Selten Owner von |
|---|---|---|
| Führende Plattform für den Close | Finance Owner | BC-Admin |
| Customer No. vs SystemId | Steward / Architect | Dashboard-Bauer |
| Toleranz und Defect-Klasse | Control Owner | Zwei Excel-Tabs |
| Wer ab Datum SaaS lesen darf | Lift Owner + Consumer | Still umgestellter Report |
| Ob On-Prem aus darf | Sunset-Owner | Stop-Switch im Meeting |
Mini-Fall
Symptom: In der Praxis zeigt On-Prem 1,02 Mio. Umsatz, SaaS 0,97 Mio. Beide Loads sind grün. Das Migrations-Cockpit ist „done“.
Typischer Fehlstart: Ein drittes Dashboard mit beiden Zahlen und ein Katalog-Tag migrated.
Vereinbarung: Authority-Karte für den Belegkreis, Identifier-Map für Customer und Beleg, Comparison Pack mit Toleranz und Ausstieg. Der verantwortliche Person kann denselben „passt schon“-Ask ablehnen.
Kritische Übergaben
| Von | An | Artefakt |
|---|---|---|
| Finance Owner | Lift Owner / Steward | Zweck, Belegkreis, führende Plattform |
| Architect | Steward | Identifier-Map + Customization-Gap |
| Control Owner | Custodian | Comparison-Pack-Job, Toleranz, Negativtest |
| Lift Owner | Consumer | Cutover-Datum und erlaubte Wahrheit |
| Sunset Owner | Custodian + Consumer | Attestation, Redirect, Deaktivierung |
Anti-Patterns
- On-Prem und SaaS als eine Source behandeln, weil der Vendorname gleich klingt
- Dual-Run ohne führende Plattform, Toleranz und Ausstieg
- Custom-Tabellen still mitladen „falls sie gebraucht werden“
- Dataverse-CRM (
dynamics365) mit Business Central verwechseln - M&A-Dual-Run kopieren, obwohl derselbe Data Owner beide Plattformen besitzt
- Auswertungstabelle bauen, bevor die Map steht — Von Quelle zum Auswertungstabelle kommt danach
Umsetzung im Alltag
Dieser Einstieg ist kein Kalenderzwang und keine Leseliste. Nimm einen echten Fall, an dem sich die Entscheidung prüfen lässt.
Arbeitsweise: Nutze den verlinkten Plan als Arbeitsfläche für Owner, Termine und offene Punkte. Die fachliche Entscheidung muss trotzdem in der Story verständlich bleiben.
Starte mit dem kleinsten Fall, der fachlich wichtig genug ist. Prüfe danach, ob die Entscheidung wirklich auffindbar, umsetzbar und auditierbar ist. Rollenklärung: Wer hilft wem an der Quelle.
- Eine Company und einen Belegkreis wählen (AR-Rechnungen oder G/L einer Periode).
- Owner, Steward, Custodian und Control Owner benennen.
- Authority-Satz schreiben: welche Plattform für diesen Zweck in dieser Periode führt.
- Customization-Gap als Liste beginnen — noch keinen Warehouse-Join.