Teil 1
Erster Kontakt mit einer unbekannten Quelle
Begriffe vor dem Lesen
- Unbekannte Quelle — System, Datei, API oder Export, dessen Bedeutung, Rechte, Qualität und verantwortliche Person noch nicht sauber geklärt sind.
- Quellumfang — Festlegung, welche Objekte geladen, übersprungen oder später geprüft werden.
- Personenbezogene Daten / PII — Informationen, die sich direkt oder indirekt auf eine Person beziehen. PII steht für „Personally Identifiable Information“.
- Beschreibungsvertrag — Mindestbeschreibung für Zweck, Zählebene, Felder, verantwortliche Person, Qualität und Grenzen.
- verantwortliche Person — Rolle, die Bedeutung, Nutzung und Risiko fachlich akzeptiert.
Qualität, Quellkorrektur und AI-Nutzung
Datenqualität muss sichtbar machen, wo ein Problem behoben wurde. Wenn der Fehler im Quellsystem entsteht, ist die beste Behebung eine Korrektur an der Quelle oder mindestens ein dokumentierter Quellbefund mit Owner. Wenn ETL oder ELT Werte nachgelagert bereinigt, schätzt, mappt oder filtert, braucht diese Änderung Evidence: Regel, Grund, betroffene Felder, Version und erlaubte Nutzung.
Das ist besonders wichtig für AI. Retrieval, Training, Features und Agenten sehen oft nur das nachgelagerte Ergebnis. Ohne Kennzeichnung wissen sie nicht, ob ein Wert beobachtet, korrigiert, geschätzt, defaulted oder ausgeschlossen wurde. Governance muss Unsicherheit und Herkunft erhalten, statt sie hinter einem sauber wirkenden Datensatz zu verstecken.
Der Connector ist lizenziert. Leadership will „Salesforce im Warehouse“. Sales Ops ist im anderen Meeting, Privacy kommt „nach dem PoC“. Sechs Wochen später liegen Task.Description und ContentVersion neben Opportunity — ohne Zweck, ohne Owner.
Hier: Frage und Menschen vor dem ersten Copy. Skip ist Default. Welche Tabellen laden, bleibt in Lade-Entscheidungen; Owner suchen in Verantwortung finden.
Die Serie Unbekannte Quelle — wer hilft, PII, Qualität gibt dir den Einstieg und den roten Faden für die folgenden Teile.
Ausgangslage
Der Connector ist lizenziert. Leadership will „Salesforce im Warehouse“. Privacy kommt nach dem PoC. Sechs Wochen später liegen Notes neben Opportunity — ohne Zweck, ohne Owner.
Diese Serie ist für dich, wenn Start vor dem ersten Copy steht: Frage, Menschen, Schema, Skip als Default.
Nicht diese Serie, wenn du schon weißt, welche Tabellen laden — Lade-Entscheidungen — oder Owner suchst — Verantwortung.
Was diese Serie klärt
- Orientierung: Frage und Menschen vor dem Copy
- Tiefe: Hilfskarte; personenbezogene Daten vor Copy; Qualität an der fachlichen Ebene
- Abschluss: Slice beschreiben und verantworten
Ausgangslage
Vier Muster erzeugen denselben Dump:
- Connector zuerst. Der Salesforce-Adapter ist frei; HubSpot wartet. Sechs Wochen Raw Load, keine Pipeline-Zahl nach Stage und verantwortliche Person.
- Inventar als Verständnis. Object-Zählung und Katalogimport ersetzen die Frage, wer morgen eingreifen muss.
- Alles für später. Notes, Attachments, Event Logs — Speicher ist billig, Governance nicht.
- personenbezogene Daten nach dem Proof of Concept.
Contact.Emailund Freitext sind schon in Nicht-Produktion, Slack-Screenshots und einem Dienstleister-Upload.
Was fehlt, ist nicht Motivation. Was fehlt, ist ein erster Kontakt, der Copy verdient. Welche Tabellen laden, bleibt in Welche Salesforce-Tabellen. Welche Quelle zuerst, in Welche Quelle zuerst laden?. Hier gilt nur: noch bevor der Scope-CSV existiert, darf niemand die Org ausschütten.
Entscheidung
- Eine Frage, kein Inventar. „Salesforce onboarden“ ist kein Outcome. „Sales Leadership entscheidet morgens auf Opportunity- und Verantwortungsebene, wo in der offenen Pipeline eingegriffen wird“ ist eines.
- Menschen vor Connector. Admin für Objekte, Sales Ops für Stage und Won, Privacy für Personenbezug — Teil 2.
- Schema vor Copy. Object Manager,
describe, Feldnamen und Keys. Kein Bulk-Export vonContact,Task,ContentVersion. - Skip ist Default. Logs, UI-Caches, Anhänge, unbegrenzter Freitext — SaaS-Exporte skippen. Include nur mit benannter Entscheidung.
- PII am Namen, bevor Werte sichtbar sind. Unreviewed fließt nicht — Teil 3.
- Sandbox-Profil ohne Leak. Sample in getrennter Umgebung. Keine echten Mails im Catalog. Profiling ist Hypothese — Teil 4.
- Load nur für den Slice. Rest als Exclude/Defer mit Review-Trigger. Neue Custom Fields später durch dasselbe Tor.
Sizing
| Größe | Erster Kontakt |
|---|---|
| SMB | Eine Frage, drei Menschen, eine Objekt-Allowlist auf einer Seite |
| Mid | Quellumfang CSV, Unreviewed-Gate, Sandbox-Profil für den Slice |
| Enterprise | Isolierte Landing, Purpose vor Copy, Scan-Evidence, kein Prod-Metadatenimport in den Catalog |
Anwendungsbeispiel: „Ladet erstmal Salesforce, wir sortieren später“
Ausgangslage: Mid-Market, neue Analytics-Lane. Der Connector steht. Niemand im Team hat die Org konfiguriert. Leadership will Pipeline im Board-Pack.
Korrektur in fünf Tagen:
- Frage schriftlich: offene Opportunities nach Owner und Stage.
- Hilfskarte: SF Admin, Sales Ops, ein Engineer, Privacy als Consulted.
- Schema:
Opportunity,User,Accountals Kandidaten;Task/Event/Notes Defer. - Namensheuristik:
Contact.Emailunreviewed — Contact bleibt draußen, bis Zweck existiert. - Quellumfang als Artefakt, bevor der erste Job läuft.
Nach 30 Tagen trägt der Slice die Morgenfrage. Freitext ist nicht im Warehouse. Das ist der Test — nicht Objektanzahl.
Der Proof-Pfad bleibt in Von der SaaS-Quelle zum Pilot-Mart. Dieses Playbook ist das Protokoll bevor der Proof startet.
Betriebsablauf (nummeriert)
- Benannte Frage, Population, Zählebene, Frist — eine Seite.
- Hilfskarte: wer kennt Technik, Prozess, Buchung, Privacy.
- Schema lesen; Skip-Muster anwenden; Unreviewed markieren.
- Quellumfang Include/Defer/Exclude mit Review-Trigger.
- Sandbox-Profil nur für Include-Kandidaten.
- Drei Zählebene-Regeln, dann Copy — Teil 4.
Handoffs
| Von | An | Artefakt | Erfolgskriterium |
|---|---|---|---|
| Product Owner / Steward | Fachbereich | Fragenblatt | Eine Entscheidung ist sagbar |
| Steward | Admin / Ops / Privacy | Hilfskarte | Jede Frage hat eine erste Anlaufstelle |
| Custodian | Steward | Schema-Inventar ohne Content | Kein Prod-Dump |
| Steward | Owner | Quellumfang | Include hat Zweck; Rest hat Defer-Grund |
Anti-Patterns (und warum sie scheitern)
- Connector als Verständnis. Scheitert, weil Bewegung keine Bedeutung erzeugt.
- Alles laden, Speicher ist billig. Scheitert an personenbezogene Daten, Joins und Lifecycle — SaaS-Exporte.
- Katalogimport als Start. Scheitert, weil Samples leaken und Inventur wie Übernahme wirkt.
- Proof of Concept ohne Unreviewed-Prüfpunkt. Scheitert, weil Nicht-Produktion dieselbe personenbezogene Daten trägt.
- Admin als heimlicher verantwortliche Person. Scheitert, weil Objektkenntnis kein Entscheidungsrecht ist — Teil 2.
- Profil mit echten Werten im Slack. Scheitert als erste Leckage.
Praktische Umsetzung
Dieser Einstieg ist ein Arbeitsmuster, keine Kalenderübung und keine Leseliste. Nimm einen echten Fall, an dem sich die Entscheidung prüfen lässt.
Arbeitsweise: Nutze den verlinkten Plan als Arbeitsfläche für verantwortliche Personen, Termine und offene Punkte. Die fachliche Entscheidung muss trotzdem in der Story verständlich bleiben.
Starte mit dem kleinsten echten Fall, der fachlich wichtig genug ist. Prüfe danach, ob die Entscheidung wirklich auffindbar, umsetzbar und auditierbar ist. Rollenklärung: Wer hilft wem an der Quelle.
Erster belastbarer Stand: Eine Frage. Hilfskarte. Quellumfang für einen Slice. Kein Freitext im Warehouse. Unreviewed-Gate an.
Stabiler Betrieb: Derselbe Slice hat Owner, drei Zählebene-Regeln und eine Beschreibung, die ein Nicht-Workshop-Teilnehmer findet. Neue Custom Fields laufen durch dasselbe Tor.
Checkliste
- Die Quelle hat eine benannte Entscheidung, kein „onboarden“.
- Menschen sind gefunden, bevor der Connector schreibt.
- Schema ist gelesen; Content ist nicht kopiert.
- Skip/Defer ist Default; Include hat Zweck.
- Unreviewed-Felder fließen nicht.
- Samples stehen nicht im Catalog.
Artefakt
First-Contact Card (Seite 1): Frage, Zählebene, Population, Hilfskarte (vier Hüte), Objekt-Allowlist, explizite Excludes, Review-Trigger. Wächst in den Folgeteilen um PII-Stufen, Profilfragen und Owner-Sätze.
Tools
- Source Umfang Builder — Include/Defer/Exclude, personenbezogene Daten, Review-Frage.
- personenbezogene Daten Recommend Generator — Namensheuristik vor Content.
- Governance Project Anfrageweg — Anfrageweg, bevor der Pilot-Flow startet.