Teil 1
Microsoft Fabric als Governance-Einstieg
Die Serie Governance-Plattform Vendor-Starts gibt dir den Einstieg und den roten Faden für die folgenden Teile.
Begriffe vor dem Lesen
- Governance — Gemeinsame Regeln, Rollen und Nachweise, damit Daten verantwortbar genutzt werden.
- verantwortliche Person — Fachlich verantwortliche Person oder Rolle, die Zweck, Bedeutung und Freigabe klärt.
- technischer Betreiber — Technische Rolle, die Plattform, Zugriff, Betrieb oder Umsetzung betreut.
- Nachweis — Nachvollziehbarer Nachweis zu Entscheidung, Prüfung, Umsetzung oder Ausnahme.
Ausgangslage
Die Lenkungsrunde hat Fabric wegen der Feature-Liste gekauft. Sechs Wochen später gilt der Workspace-Administrator als Data Owner.
Was diese Serie klärt
- Orientierung: Microsoft Fabric als Governance-Einstieg
- Vertiefung: Databricks und Unity Catalog als Governance-Einstieg
- Abschluss mit betreibbaren Next Steps über Argonos als Governance-Einstieg
Begriffe und Kürzel vor dem Lesen
- verantwortliche Person — Person oder Rolle mit der Pflicht, Bedeutung, Nutzung, Risiko und Freigabe für ein Datenprodukt oder eine Kennzahl zu entscheiden.
- technischer Betreiber — Betreibt Plattform und Zugriffspfad; ist nicht automatisch der fachliche verantwortliche Person.
- Data Catalog — Auffindbarkeitsschicht für Assets, Begriffe, Owner und Richtlinien — eine Anwendung von Metadata, nicht Metadata selbst.
- Nachweis — Nachweis, dass Kontrolle, Entscheidung oder Test stattfand — Zeitstempel, verantwortliche Person, prüfbare Artefakte.
- Data Vereinbarung — Vereinbarung zwischen Anbieter und Nutzer: Felder, Bedeutung, Qualität, Aktualität, Änderungsvorlauf, Kontakte.
Lesepfad
- Microsoft Fabric als Governance-Einstieg
- Databricks und Unity Catalog als Governance-Einstieg
- Snowflake als Governance-Einstieg
- BigQuery als Governance-Einstieg
- dbt als plattformübergreifende Governance-Kontrollschicht
- Cloudera CDP mit Ranger als Governance-Einstieg
- AWS Redshift und Lake Formation als Governance-Einstieg
- Kafka und Schema Registry als Governance-Einstieg
- Palantir als Governance-Einstieg
- Argonos als Governance-Einstieg
Nachbarserie: Governance-Plattform Overlay
Operating-Pfad für Workspace, Promotion und Refresh (stack-neutral, kein Tenant-Tutorial): BI-Publish Deep Dive.
Die Beispiele sind Lehrfälle (keine Kundendaten). Ersetzt Tabellen-, Report-, Pfad- und Toolnamen durch eure Catalog-, BI-, Ticket- und Prozessquellen.
Herausforderung
Microsoft Fabric kann den Weg von den Quelldaten bis zu einem Power-BI-Produkt verkürzen. Data Factory, Data Engineering, Data Warehouse, Real-Time Intelligence, Data Science, Semantic Models und Reports können innerhalb einer SaaS-Analytics-Umgebung betrieben werden, während OneLake die gemeinsame Datengrundlage bildet. Für eine Organisation mit etabliertem Microsoft Tenant, Microsoft Entra ID, Power-BI-Landschaft und Fabric Capacity kann diese Integration reale Delivery-Reibung reduzieren.
Sie erzeugt jedoch nicht automatisch Governance.
Ein Workspace Admin ist nicht automatisch der verantwortliche Data Owner. Eine Fabric Domain vergibt oder entzieht keinen Zugriff. Ein Item Owner im Katalog verantwortet nicht zwangsläufig Business-Definition, erlaubte Nutzung oder Qualitätsrisiko. Ein zertifizierter Report beweist nicht, dass jede enthaltene Kennzahl eine freigegebene Definition, einen Grain, einen Calculation Owner und eine Reconciliation-Methode besitzt. Native Lineage garantiert keine vollständige Source-to-Consumer-Evidenz über alle Workspaces, Item-Typen und externen Transformationen.
Die Entscheidungsfrage lautet deshalb nicht:
Besitzt Fabric Governance-Funktionen?
Sondern:
Kann die Organisation Fabric als erste praktikable Governance-Grundlage für ein konkretes governed Data Product nutzen?
Fabric ist ein plausibler Einstiegspunkt, wenn der bestehende Microsoft-Kontext die Umsetzung vereinfacht und verantwortliche fachliche und technische Rollen klare Grenzen definieren und betreiben können für:
- Tenant und Identity
- Capacities
- Domains
- Workspaces
- Fabric Items und OneLake-Daten
- semantisches Modells und Reports
- Katalog und Business-Metadaten
- Zugriff und Schutz sensibler Daten
- Lineage-, Quality- und Audit-Evidenz
- Deployment, Support und Kostenverantwortung

Die Plattform-Surfaces bilden eine technische Umsetzungshierarchie. Sie bilden keine Hierarchie fachlicher Verantwortung.
Plattform-Surfaces sind keine Verantwortung-Entscheidungen
Rollen auf Tenant-, Capacity-, Domain-, Workspace- und Item-Ebene bestimmen, was Benutzer konfigurieren, erstellen, administrieren oder konsumieren dürfen. Diese Rollen sind für den Plattformbetrieb erforderlich. Sie beantworten nicht:
- warum das Data Product existiert
- welche Business-Entscheidung es unterstützt
- welche Definition freigegeben ist
- welche Nutzung erlaubt ist
- welches Qualitätsrisiko akzeptiert wird
- wer eine Ausnahme genehmigt
- wann das Produkt rezertifiziert oder stillgelegt wird
Diese Entscheidungen gehören zu verantwortlichen Data Ownern, unterstützt durch Data Stewards, Security, Architektur, Platform Operations und Delivery-Teams.
Integration kann fehlende Grenzen verdecken
Eine eng integrierte Plattform kann ein schwaches Operating Model reifer erscheinen lassen, als es ist. Teams können schnell Workspaces, Lakehouses, Warehouses, Semantic Models und Reports anlegen, aber weiterhin ohne folgende Grundlagen arbeiten:
- stabiles Domain-Modell
- benannte Verantwortung
- konsistente Workspace-Zwecke
- governede Security Groups
- Workflow zur Metadatenpflege
- vollständige Qualitätsnachweise
- Lifecycle Kontrollregeln
- Capacity- und Kostenverantwortung
Die erste Fabric-Governance-Entscheidung muss deshalb die Grenze definieren, bevor die Plattform skaliert wird.
Ansatz
Nutze Microsoft Fabric als Governance-Einstieg, wenn der integrierte Analytics- und Power-BI-Kontext die Delivery-Reibung reduziert und verantwortliche Rollen klare Grenzen über Domains, Workspaces, Katalog, Zugriff, Lineage, Semantic Models, Evidenz und Capacity definieren können.
Behandle Fabric als Operating Surface für das erste governed Data Product, nicht als Beweis bereits vorhandener Governance und nicht als universellen Standard für jeden Microsoft-Kunden.
1. Mit dem bestehenden Microsoft-Kontext beginnen
Dokumentiere die aktuelle Landschaft, bevor das Zielbild entsteht.
Die Ausgangsbewertung sollte enthalten:
- Microsoft-Entra-Tenant und Identity-Modell
- bestehende Power-BI-Workspaces, semantisches Modells, Reports und Gateways
- Fabric Capacities, Angebotspakete, Regionen und Workload-Nutzung
- aktuelle Tenant Settings und delegierte Administration
- bestehende Microsoft-Purview-Funktionen und Lizenzierung
- Quellsysteme und Ingestion-Muster
- Data-Residency-, Netzwerk- und Private-Access-Anforderungen
- aktuelle CI/CD-, Git- und Deployment-Praktiken
- Skills für Plattform, BI, Security und Stewardship
- Supportmodell und Kostenverantwortung
Fabric ist eher ein sinnvoller Startpunkt, wenn das erste governed Data Product bereits von Power BI, Microsoft Identity und einem Microsoft-betriebenen Analytics-Pfad abhängt. Die Eignung sinkt, wenn der Use Case umfangreiches Cross-Cloud Engineering benötigt, ein bestehender Nicht-Microsoft-Katalog autoritativ ist oder die Organisation Fabric und Purview nicht als koordinierte, aber getrennte Control Surfaces betreiben kann.
2. Business Domains und Fabric Domains trennen
Fabric Domains gruppieren Workspaces und deren Items logisch und unterstützen Organisation, Discovery und delegierte Administration. Die Domain-Zuordnung verändert für sich allein weder Sichtbarkeit noch Zugriff auf Items.
Eine Fabric Domain sollte deshalb ein freigegebenes Business-Domain-Modell umsetzen und dieses nicht eigenständig erfinden.
Vor dem Anlegen oder Umbauen von Domains müssen folgende Punkte entschieden sein:
- dargestellte Business Capability oder Subject Area
- verantwortlicher Domain Owner
- Steward-Netzwerk
- Data Products und Entscheidungen im Umfang
- Regeln für die Zuordnung von Workspaces
- delegierte Settings und Administration
- Shared-Data- und Cross-Domain-Abhängigkeiten
- Ausnahmen und Eskalation
Eine Domain kann federierte Governance unterstützen, aber Verantwortung nicht ersetzen. Domain Admins und Contributors setzen die Domain-Organisation technisch um. Data Owner bleiben verantwortlich für Definitionen, Nutzung, Qualität und Risiko.
3. Jedem Workspace einen expliziten Betriebszweck geben
Ein Workspace ist eine Collaboration-, Administrations-, Lifecycle- und Security-Surface. Er sollte nicht zur Standardeinheit für jede Governance-Entscheidung werden.
Jeder governed Workspace sollte dokumentieren:
- Zweck und Lifecycle-Phase
- zugeordnete Fabric Domain
- verantwortlicher Data Owner für die enthaltenen Produkte
- Workspace Admin und technischer Betreiber
- Contributor-, Member- und Viewer-Gruppen
- erlaubte Item-Typen
- Umgebung: Development, Test oder Production
- Deployment-Pfad
- Capacity-Zuordnung
- Support- und Incident-Route
- Retention- und Stilllegungsregel
Vermeide Workspaces, die ausschließlich nach Teamnamen angelegt werden, wenn Produkt-, Umgebungs- oder Security-Grenzen unterschiedlich sind. Vermeide einen gemeinsamen Workspace für nicht zusammengehörende Grains, Owner oder Lifecycle-Phasen, nur weil dasselbe Delivery-Team sie entwickelt.
4. Definieren, wo Fabric endet und Purview beginnt
Fabric und Microsoft Purview überlappen, sind aber nicht austauschbar.

Fabric-native Operating Surface
Nutze Fabric-native Funktionen für den täglichen Betrieb von Fabric Assets, insbesondere:
- Domains und Workspaces
- Discovery von Fabric Items über den OneLake Catalog
- Item Details, Tags, Endorsements und Sensitivity Labels, soweit unterstützt
- Workspace Lineage und Impact Analysis
- semantisches Modell-Model- und Power-BI-Delivery
- Tenant Settings und delegierte Administration
- Capacity-Zuordnung und Monitoring
- Git Integration und Deployment Pipelines, soweit unterstützt
Der OneLake Catalog ist der Fabric-zentrierte Einstieg für Discovery und Governance. Die Explore Experience unterstützt das Auffinden von Fabric Items. Die Govern Experience stellt Governance Insights, empfohlene Maßnahmen und Verweise auf relevante Tools bereit. Diese Insights basieren auf Fabric-Metadaten und besitzen dokumentierte Einschränkungen. Sie sind kein vollständiges Enterprise-Governance-Operating-Model.
Purview Governance Surface
Nutze Microsoft Purview, wenn Governance über Fabric hinaus in die gesamte Datenlandschaft reichen muss. Abhängig von den ausgewählten Purview-Funktionen, der Lizenzierung und regionalen Verfügbarkeit kann dies umfassen:
- Enterprise Catalog und Business Glossary
- Governance Domains und Data Products
- Data-Map-Scanning und Metadaten-Ingestion
- plattformübergreifende Discovery
- automatisierte Klassifizierung
- Business-Metadaten und Terminologie
- breiteren Lineage- und Impact-Kontext
- Information Protection, Audit und DLP
- Data Quality für unterstützte Quellen und Asset-Typen
Das Scannen eines Fabric Tenants kann Fabric-Metadaten und Lineage in Microsoft Purview übernehmen. Die aktuelle Abdeckung und Granularität variiert nach Item-Typ. Für Nicht-Power-BI-Items dokumentiert Microsoft unter anderem Einschränkungen bei der Granularität, unvollständige Sub-Item-Lineage und fehlende Cross-Workspace-Lineage in bestimmten Szenarien. Diese Grenzen müssen für das ausgewählte Data Product getestet werden.
Business Governance
Weder Fabric noch Purview sollten folgende Entscheidungen treffen:
- verantwortliche Verantwortung
- freigegebene Definitionen
- erlaubte Nutzung
- Risikoakzeptanz
- Ausnahmegenehmigung
- Zertifizierungskriterien
- Review und Rezertifizierung
- Deprecation
Die Plattformen speichern, zeigen, erzwingen oder belegen Entscheidungen. Das Operating Model trifft sie.
5. Identity und Access als eine kontrollierte Kette entwerfen
Das Access-Modell sollte mit Microsoft-Entra-Gruppen und benannten Group Ownern beginnen, nicht mit individuellen Berechtigungen, die während der Entwicklung hinzugefügt werden.
Das Design muss unterscheiden zwischen:
- Tenant Administration
- Capacity Administration
- Domain Administration
- Workspace Roles
- Item Permissions
- OneLake-Tabellen- und Ordnerberechtigungen, soweit anwendbar
- SQL-Endpoint- oder Warehouse-Berechtigungen
- semantisches Modell-Model-Berechtigungen
- Report- und App-Verteilung
- Row-Level oder Object-Level Security in semantisches Modells
- externem Sharing und Guest Access
- Service Principals und Managed Identities
Workspace Membership allein ist für ein governed Data Product häufig zu breit. OneLake Security kann über Custom Roles einen granulareren Lesezugriff auf ausgewählte Lakehouse-Tabellen und Ordner ermöglichen. Der erforderliche Access-Pfad muss jedoch über alle Engines und Konsumenten des Produkts getestet werden.
Für jede Access-Entscheidung sind zu dokumentieren:
- Business Purpose
- Identity Group
- Group verantwortliche Person
- freigegebene Surface
- erlaubte Operationen
- Bedingungen für sensible Daten
- Freigabe
- Ablauf- oder Review-Datum
- Evidenzquelle
Erfolgreiche Authentifizierung ist nicht mit erlaubter Business-Nutzung gleichzusetzen.
6. Klassifizierung und Sensitivity Labels als Controls behandeln
Sensitivity Labels aus Microsoft Purview Information Protection können auf unterstützte Fabric- und Power-BI-Items angewendet werden. Sie helfen bei Klassifizierung und Schutz, ersetzen aber nicht:
- personenbezogene Daten-Klassifizierung auf Feldebene
- eine Entscheidung zur erlaubten Nutzung
- Access Design
- Masking- oder Filtering-Anforderungen
- Retention- und Löschregeln
- Incident Verantwortung
Das governed Data Product muss einen Klassifizierungspfad von den Quellattributen über transformierte Daten und Semantic Models bis zu Reports und Exporten definieren.
Für jedes sensible Attribut sind festzuhalten:
- personenbezogene Daten-Kategorie
- Sensitivity Level
- autoritative Klassifizierungsentscheidung
- erlaubter Zweck
- Access Restriction
- Masking-, Omit- oder Filtering-Anforderung
- Export- und Sharing-Beschränkung
- Retention Rule
- erwartete Downstream-Propagation
- kontrollverantwortliche Person
Da Label-Unterstützung, Vererbung und Durchsetzung je nach Fabric Item und Consumption-Pfad variieren können, muss der Proof of Value den tatsächlichen End-to-End-Fluss testen.
7. Das governed Data Product mit dem Semantic Model verbinden
Das Semantic Model ist nicht nur eine Reporting-Hilfe. In vielen Power-BI-Landschaften bildet es den governeden Consumption Contract.
Das Modell muss explizit machen:
- Business Process und fachliche Ebene
- Conformed Dimensions und Keys
- freigegebene Measures
- Time- und Filter-Verhalten
- Calculation Verantwortung
- Row-Level und Object-Level Security
- Freshness-Erwartung
- Quality State
- Source Lineage
- Change- und Compatibility-Regeln
- Data Owner, Steward und technischer Betreiber
- Publication- und Deprecation-Status
Ein Report kann ein zertifiziertes Semantic Model nutzen und trotzdem durch lokale Report Measures Definition Drift erzeugen. Certification muss deshalb an Evidenz über Semantic Model und Kennzahlen gebunden sein und nicht nur an ein sichtbares Badge.
8. Source-to-Consumer-Evidenz aufbauen

Das erste governed Data Product sollte eine Evidenzkette über folgende Stufen pflegen:
Quelle
→ Ingestion
→ Transformation
→ governed Data Product
→ Semantic Model
→ zertifizierte Kennzahl oder Report
→ Konsument
Auf jeder Stufe werden dokumentiert:
- verantwortliche Person
- fachliche Ebene
- Klassifizierung
- Access-Entscheidung
- Lineage
- Quality-Evidenz
- Change Record
Die Fabric Lineage View zeigt Beziehungen innerhalb eines Workspaces und externe Quellen eine Stufe Upstream. Downstream-Abhängigkeiten in anderen Workspaces benötigen Impact Analysis. Für eine breitere Data-Estate-Lineage können Purview-Scans oder zusätzliche Evidenz erforderlich sein. Ein verbunden aussehendes Lineage-Diagramm ist kein Beweis für einen vollständigen Graphen.
Typische Fehlerbilder:
- Workspace Verantwortung wird mit Data Verantwortung verwechselt
- Report Certification ohne Kennzahlenfreigabe
- versteckte lokale Measures
- Cross-Workspace-Lineage-Lücken
- Quality Results nur in einem Development Notebook
- Source Changes ohne Nutzer-Migrationsnachweis
- ein sensibles Source Label ohne Validierung in Exporten oder Downstream Tools
9. Qualität operationalisieren
Qualität ist nicht abgeschlossen, wenn eine Regel einmal erfolgreich ausgeführt wurde. Ein governed Fabric Product benötigt:
- freigegebene Regeln mit Bezug zu Business Expectations
- Rule Owner und Incident verantwortliche Person
- Schwellenwerte und Schweregrad
- Ausführungsplan
- gespeicherte Failure Nachweis
- Zuordnung zu betroffenen Products und Nutzer
- Remediation Workflow
- Ausnahmefreigabe und Ablaufdatum
- für Konsumenten sichtbaren Health State
- Change- und Recertification-Trigger
Microsoft Purview Data Quality kann unterstützte Fabric-Lakehouse-Tabellen nach erforderlicher Registrierung, Scan und Konfiguration prüfen. Aktuelle Unterstützung, Voraussetzungen, Formate und Lizenzierung müssen validiert werden. Plattform-native Notebooks, Pipelines, SQL Tests oder Drittanbieter-Tools können weiterhin erforderlich sein. Entscheidend ist nicht, welcher Screen einen Score zeigt, sondern wer Regel, Fehler und Wiederherstellung verantwortet.
10. Deployment, Capacity und Kosten governeden
Fabric Capacity ist eine gemeinsam genutzte Betriebsressource. Ein governed Data Product kann trotz korrekter Daten-Controls scheitern, wenn Capacity Saturation, Deployment Drift oder unklare Kostenverantwortung den Service unzuverlässig machen.
Das Operating Model sollte definieren:
- Capacity verantwortliche Person
- Capacity Admin
- Regeln für Workload- und Workspace-Zuordnung
- Monitoring und Alerting
- Scale-, Pause- und Reservation-Entscheidungen, soweit anwendbar
- Cost Allocation oder Showback
- Trennung von Development, Test und Production
- Nutzung von Git und Deployment Pipelines
- Validierung unterstützter Item-Typen
- Deployment-Freigaben und Rückbau
- Compatibility-Anforderungen für semantisches Modells
- Incident- und Service-Level-Verantwortung
Deployment Pipelines unterstützen nicht jedes Item in gleicher Weise, und die Unterstützung verändert sich. Microsoft hat beispielsweise am 12. Februar 2026 die Pipeline-Unterstützung für Semantic Models ohne Enhanced Metadata beendet. Der Release-Prozess muss deshalb aktuelle unterstützte Items und Einschränkungen validieren, statt einen vollständigen Workspace als einheitlich deploybar anzunehmen.
Checkliste
Fabric darf erst als Startpunkt freigegeben werden, wenn die folgende Evidenz verfügbar ist.
Kontext und erster Use Case
- Ist ein erster governed Use Case benannt?
- Sind Business-Entscheidung, Konsumenten und Wert klar?
- Reduziert der aktuelle Microsoft- und Power-BI-Kontext die Delivery-Reibung tatsächlich?
- Ist die Alternative ohne neue Plattform dokumentiert?
Verantwortung und Decision Rights
- Ist ein Data Owner verantwortlich für Zweck, Definition, erlaubte Nutzung und Risiko?
- Ist ein Steward verantwortlich für Metadaten, Issue Coordination und Review-Evidenz?
- Sind Platform Admins klar von fachlicher Verantwortung getrennt?
- Sind Ausnahme- und Eskalationswege definiert?
Domain- und Workspace-Modell
- Setzt jede Fabric Domain eine freigegebene Business-Domain-Entscheidung um?
- Besitzt jeder Workspace einen eindeutigen Betriebszweck?
- Sind Domain-Zuordnung, Umgebung, Produkt, Security und Lifecycle dokumentiert?
- Wird Workspace Sprawl kontrolliert?
Katalog- und Purview-Grenze
- Wird der OneLake Catalog für Fabric-zentrierte Discovery und Governance Insights genutzt?
- Wird Microsoft Purview eingesetzt, wenn Enterprise Catalog, Glossary, breitere Klassifizierung oder plattformübergreifende Metadaten erforderlich sind?
- Ist für doppelte Metadatenfelder ein autoritativer Pflegeworkflow festgelegt?
- Sind Scan-, Refresh- und Lineage-Limitierungen dokumentiert?
Identity und Access
- Werden Entra-Gruppen statt unkontrollierter Einzelberechtigungen verwendet?
- Besitzt jede Gruppe einen Owner und Review-Prozess?
- Sind Workspace-, Item-, OneLake-, SQL- und semantisches Modell-Model-Berechtigungen gemeinsam entworfen?
- Sind Service Principals, Gäste und externes Sharing berücksichtigt?
- Kann effektiver Zugriff von der Quelle bis zum Report getestet werden?
PII und Sensitivity
- Sind sensible Attribute auf Feldebene klassifiziert?
- Ist die Sensitivity-Label-Strategie für unterstützte Items definiert?
- Sind Masking, Filtering, Omit und Export Kontrollregeln explizit?
- Sind Vererbung und Downstream-Verhalten getestet?
- Sind Retention- und Incident-Verantwortung zugeordnet?
Lineage und Change Evidence
- Reicht die Source-to-Nutzer-Lineage für Impact Analysis aus?
- Sind Cross-Workspace- und nicht unterstützte Transformationen dokumentiert?
- Erzeugt jedes Deployment einen Change Record?
- Können Konsumenten vor einem Breaking Change identifiziert werden?
Qualität und Certification
- Sind Quality Rules freigegeben und versioniert?
- Werden Fehler gespeichert und an einen benannten verantwortliche Person geroutet?
- Erfordert Certification Evidenz zu Definition, fachliche Ebene, Lineage, Qualität und Verantwortung?
- Werden lokale Report Measures kontrolliert?
- Sind Recertification- und Deprecation-Trigger definiert?
Semantic- und Power-BI-Fit
- Ist das semantisches Modell der governed Consumption Vereinbarung?
- Sind Kennzahl Definitions, Time Behavior und Filter Semantics freigegeben?
- Sind Row-Level und Object-Level Security getestet?
- Sind Reports ausreichend thin, um doppelte Business-Logik zu vermeiden?
Deployment und Umgebungen
- Sind Development-, Test- und Production-Grenzen explizit?
- Werden Git und Deployment Pipelines nur für unterstützte Items verwendet?
- Sind Freigaben, Rückbau und Compatibility Tests definiert?
- Werden manuelle Production Changes kontrolliert und belegt?
Capacity, Betrieb und Kosten
- Ist ein Capacity verantwortliche Person benannt?
- Werden Workload Consumption, Throttling und Service Health überwacht?
- Sind Support- und Incident-Routen dokumentiert?
- Sind Lizenz-, Regions- und Preview-Abhängigkeiten erfasst?
- Können Kosten ausreichend Products, Workspaces oder Domains zugeordnet werden?
Fabric bleibt nur bedingt bereit, wenn verpflichtende Controls von einer ungetesteten Funktion, unklarer Verantwortung, nicht unterstützter Lineage, fehlender Betriebskapazität oder offenen Lizenz- und Regionsfragen abhängen.
Artefakt
Dokumentiere das Ergebnis in einer Fabric Governance Grenze Map und einer Fabric Governance Readiness Decision.
Dokumentiere das Ergebnis mit dem Tool Governance Starting-Point Decision.
Pflichtfelder
| Feld | Erforderliche Evidenz |
|---|---|
| Erster governed Use Case | Benanntes Data Product, Business-Entscheidung, Konsumenten und initialer Scope |
| Tenant- und Capacity-Kontext | Tenant, Region, Capacity, Angebotspaket, aktuelle Workloads und Constraints |
| Domain- und Workspace-Modell | Business-Domain-Zuordnung, Workspace-Zweck, Umgebung und Lifecycle |
| Data Owner und Steward | Verantwortlicher Owner, operativer Steward und Eskalationsweg |
| Katalog- und Purview-Grenze | Rolle des OneLake Catalog, Rolle von Purview, autoritativer Metadatenworkflow und Handoffs |
| Identity- und Access-Modell | Entra-Gruppen, Workspace Roles, Item Access, OneLake-/SQL-/Semantic-Permissions und Review |
| PII- und Sensitivity-Controls | Attributklassifizierung, Labels, Masking/Filtering, Export, Retention und Incident Controls |
| Lineage- und Quality-Evidenz | Erforderlicher Pfad, verfügbare Automatisierung, manuelle Evidenz, Quality Rules und Incident Route |
| Semantic-Model-Verantwortung | Grain, Measures, Security, Owner, Certification und Deprecation |
| Deployment- und Umgebungsmodell | Dev/Test/Prod, Git, Pipelines, Freigaben, Rollback und Supported-Item-Limitierungen |
| Capacity- und Kostenverantwortung | Capacity Owner, Monitoring, Zuordnung, Cost Owner und Optimierungsentscheidungen |
| Lücken und Validierungstests | Unbekannte Punkte, nicht unterstützte Pfade, Preview-Abhängigkeiten und Proof-of-Value-Tests |
Erforderliche Outputs
- Bereit für Proof of Value — das erste Data Product kann die vollständige Governance-Kette testen.
- Bedingte Readiness — Fabric ist plausibel, aber benannte Kontrollregeln müssen noch validiert werden.
- Blocker — fehlende Verantwortung, nicht unterstützter Kontrollregel-Pfad, Capacity-, Lizenz-, Regions- oder Betriebsgrenzen verhindern den Start.
- Alternative ohne neue Plattform — der bestehende Stack kann dieselben Kontrollregeln mit geringerem Risiko oder geringeren Kosten erfüllen.
- Review-Datum — die Entscheidung wird nach dem Proof of Value oder einer wesentlichen Plattformänderung neu bewertet.
Struktur der Grenze Map
Die Grenze Map sollte fünf verbundene Ebenen enthalten:
- Business Governance — Owner, Steward, Definitionen, erlaubte Nutzung, Qualitätsrisiko, Certification und Lifecycle.
- Fabric-Organisation — Tenant, Capacities, Domains, Workspaces und Item-Typen.
- Control Implementation — Identity, Permissions, Sensitivity, Quality, Deployment und Monitoring.
- Metadaten und Evidenz — OneLake Catalog, Purview, Lineage, Audit, Quality Results und Change Records.
- Consumption — Semantic Models, zertifizierte Kennzahlen, Reports, Apps, Excel und weitere Konsumenten.
Jeder Handoff muss einen Decision Owner, Implementation Owner und eine Evidenzquelle benennen.
Entscheidungsregel
Fabric darf nur als Einstiegspunkt freigegeben werden, wenn die Organisation folgende Aussage treffen kann:
Fabric hostet und betreibt das erste governed Data Product, weil der bestehende Microsoft- und Power-BI-Kontext die Delivery-Reibung reduziert. Entscheidungen zu Business Verantwortung, erlaubter Nutzung, Qualität und Certification bleiben außerhalb der Plattformadministration. Die Verantwortung von OneLake Catalog und Purview ist explizit. Identity, Schutz sensibler Daten, Lineage, Semantic-Model-Governance, Deployment, Capacity und Kosten werden über den vollständigen Source-to-Consumer-Pfad validiert.
Die Plattform darf nicht allein deshalb freigegeben werden, weil sie bereits lizenziert ist, weil Power BI bereits genutzt wird oder weil eine Governance-Oberfläche vorhanden ist.
Tools
Nutze Tools zur Sammlung und Pflege von Entscheidungsevidenz.
Governance Stack Advisor
Nutze den Governance Stack Advisor, um Fabric mit dem bestehenden Stack und einer möglichen bedingten Alternative zu vergleichen.
Erwarteter Output:
- Profil des bestehenden Kontexts
- verpflichtende Governance Kontrollregeln
- Fabric-Stärken und Abhängigkeiten
- Capability- und Operating-Model-Lücken
- Alternative ohne neue Plattform
- Validierungsfragen
Architecture Fit
Nutze Architecture Fit, um Workload-, Integrations-, Identity-, Netzwerk-, Regions-, Deployment-, Capacity- und Koexistenzanforderungen zu testen.
Erwarteter Output:
- Workload Boundaries
- Source- und Nutzer-Constraints
- Zielmodell für Workspaces und Capacity
- Integrations- und Koexistenzwirkung
- Validierungsarchitektur
- Entscheidungsrisiken
Compliance Roadmap
Nutze die Compliance Roadmap, um PII-, Sensitivity-, Retention-, Access-, Audit- und Recertification-Anforderungen mit einer umsetzbaren Control-Sequenz zu verbinden.
Fabric-spezifische Arbeitsartefakte
- Canvas für den ersten governeden Use Case
- Fabric Domain- und Workspace-Register
- Verantwortung- und Stewardship-RACI
- Entra-Gruppen- und Access-Matrix
- Kontrollregel-Matrix nach Item-Typ
- personenbezogene Daten- und Sensitivity-Propagation-Map
- Verantwortungsmatrix für Fabric- und Purview-Metadaten
- Lineage Coverage Map
- Quality-Rule- und Incident-Register
- semantisches Modell-Model-Certification-Record
- Deployment- und Umgebungsregister
- Capacity- und Kostenverantwortungsnachweis
- Fabric Governance Grenze Map
- Fabric Governance Readiness Decision
Die Verfügbarkeit eines Tools ist keine Evidenz. Jeder erforderliche Control muss für die ausgewählten Item-Typen, Lizenzen, Region und den Consumption-Pfad konfiguriert, betrieben und getestet werden.
Ressourcen
Funktionen, Bezeichnungen, APIs, Lizenzierung, Preview-Status, regionale Verfügbarkeit und Einschränkungen von Microsoft Fabric und Purview müssen zum Umsetzungszeitpunkt erneut geprüft werden. Die folgenden offiziellen Quellen wurden für diesen Artikel am 29. Juli 2026 verifiziert:
- Microsoft-Fabric-Übersicht
- OneLake-Catalog-Übersicht
- Fabric-Daten mit dem OneLake Catalog governeden
- Fabric Domains
- Microsoft Purview zur Governance von Microsoft Fabric verwenden
- Microsoft Purview Data Map
- Metadaten und Lineage von Fabric in Microsoft Purview
- Lineage in Fabric
- Microsoft-Fabric-Berechtigungsmodell
- Sensitivity Labels auf Fabric Items anwenden
- Power-BI-Inhalte mit Endorsement promoten und zertifizieren
- Data Quality für Fabric Lakehouse in Microsoft Purview Unified Catalog
- Fabric Deployment Pipelines
- Microsoft-Fabric-Lizenzen verstehen
- Microsoft-Fabric-Capacity-Planung
- Kostenaspekte für Microsoft-Fabric-Workloads
- Neuerungen in Microsoft Fabric











