Bestands- und Verfügbarkeitswahrheit — Grain, ATP und Kanal
Inventory-Grain, Availability vs. ATP und Channel-Truth als Vertrag: welches Lager, welche Reservierung und wer Überverkauf freigibt.
Ein Bestandswert im WMS ist noch kein Vertrag. Availability scheitert, wenn „auf Lager“ physischen Stock, verkaufbare Menge und Channel-Anzeige vermischt. Spätere Fulfillment-, Oversell- und SLA-Fragen haben nichts zum Joinen.
Dieser Teil trennt Inventory-Grain, Availability und ATP — bevor Orders und Returns darauf zählen.
Vorher: Produkt- und Preis-Contracts. Weiter: Order, Fulfillment und Returns.
Ansatz
Jeder materielle Bestandsausschnitt erhält vor Channel-Anzeige und Order-Promise:
- ein Inventory-Grain (Angebotspaket/Variant + Location + Stock-Type);
- getrennte Maße für physischen Bestand, reserviert und ATP/Availability;
- einen Channel-Truth-Contract (welche Quelle der Shop liest, Refresh-SLA);
- einen Data Owner für Bestands-/Promise-Politik und einen Steward für Triage;
- eine Oversell-/Ausnahme-Regel mit Freigeber und Ablaufdatum.
Kein „verfügbar = true“ ohne referenzierbares Grain.
Availability-Workflow
1. Grain und Stock-Types
Owner legt fest: Location (DC, Store, Dropship), Stock-Type (sellable, damaged, quarantine). Mischungen in einem Zähler sind verboten.
2. Availability vs. ATP
Availability kann Channel-Policy sein (Puffer, Cut-off). ATP ist die rechnerische verkaufbare Menge. Beide brauchen eigene Felder und Definitionen — siehe auch Order-Contracts.
3. Channel-Truth
Welches System ist autoritativ für den Shop? Steward dokumentiert Quelle, Latenz und Fallback. Catalog-Beschreibung ersetzt keinen Sync-Contract.
4. Controls
Blockierend: negative ATP ohne Ausnahme, Publish ohne Location-Grain, Channel liest Staging. Warnend: Drift zwischen WMS und OMS über Schwelle.
5. Custodian betreibt Sync
Custodian überwacht Jobs, Rechte und Monitoring. Promise-Politik bleibt beim Owner.
Handoffs
| Von | An | Artefakt |
|---|---|---|
| Supply/Retail Owner | Steward | Grain + Stock-Type-Modell |
| Steward | WMS/OMS Custodian | Sync-Contract + SLA |
| Steward | Channel/Product Owner | Channel-Truth-Quelle |
| Owner | Customer Service | Oversell-Ausnahmeweg |
| Steward | Finance | Inventory-Valuation-Abgrenzung |
Anti-Patterns
- „Available“ und Verfügbarkeitsmeldung in einem Boolean
- Store- und DC-Bestand ohne Location addieren
- Channel-Cache als System of Record behandeln
- Oversell still in Excel korrigieren
- Catalog-Tag „in stock“ als Audit-Nachweis
Erster Umsetzungsschnitt
Dieser Einstieg ist kein Kalenderzwang und keine Leseliste. Nimm einen echten Fall, an dem sich die Entscheidung prüfen lässt.
Arbeitsweise: Nutze den verlinkten Plan als Arbeitsfläche für Owner, Termine und offene Punkte. Die fachliche Entscheidung muss trotzdem in der Story verständlich bleiben.
Starte mit dem kleinsten Fall, der fachlich wichtig genug ist. Prüfe danach, ob die Entscheidung wirklich auffindbar, umsetzbar und auditierbar ist. Rollenklärung: Wer hilft wem an der Quelle.
- Ein Location- und Stock-Type-Modell für ein DC schriftlich fixieren.
- ATP und Channel-Anzeige für 20 Angebotspakete vergleichen und Drift messen.
- Autoritative Quelle für einen Shop-Kanal benennen und SLA setzen.
- Eine Oversell-Ausnahme mit Freigeber und Ablauf testen.
Governing retail and commerce landscapes
Part 3 of 5
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