Datenqualitäts-Cockpit in Qlik und Power BI — Von der Kennzahl bis zur Behebung
Wie eine standardisierte Data-Quality-Historie in Qlik und Power BI zu einem operativen Management-Cockpit mit Quality Score, Failure Rate, Trends, Verantwortung, SLA, Maßnahmen und Drill-down auf fehlerhafte Datensätze wird.
Begriffe vor dem Lesen
- DQ auf der Plattform — Umsetzung von Datenqualitaetsregeln in Fabric, dbt, Databricks oder vergleichbaren Stacks.
- Rule-ID — Stabile Kennung einer fachlichen Erwartung ueber Tools hinweg.
- Result Table — Standardisierte Tabelle für Regel-Lauf, Status, Fehlerrate, Owner und Nachweis.
- Quellkorrektur — Behebung im fuehrenden System, wenn der Fehler dort entsteht.
- Transformation — Nachgelagerte Bereinigung; sie braucht Kennzeichnung, Grund und Nachweis.
Qualität, Quellkorrektur und AI-Nutzung
Datenqualität muss sichtbar machen, wo ein Problem behoben wurde. Wenn der Fehler im Quellsystem entsteht, ist die beste Behebung eine Korrektur an der Quelle oder mindestens ein dokumentierter Quellbefund mit Owner. Wenn ETL oder ELT Werte nachgelagert bereinigt, schätzt, mappt oder filtert, braucht diese Änderung Evidence: Regel, Grund, betroffene Felder, Version und erlaubte Nutzung.
Das ist besonders wichtig für AI. Retrieval, Training, Features und Agenten sehen oft nur das nachgelagerte Ergebnis. Ohne Kennzeichnung wissen sie nicht, ob ein Wert beobachtet, korrigiert, geschätzt, defaulted oder ausgeschlossen wurde. Governance muss Unsicherheit und Herkunft erhalten, statt sie hinter einem sauber wirkenden Datensatz zu verstecken.
Ein Dashboard ist erst dann ein Data Quality Cockpit, wenn daraus gehandelt wird
Die vorherigen Teile dieser Serie haben gezeigt, wie technische Tests in Microsoft Fabric, dbt und Databricks standardisierte, historische Ergebnisse erzeugen.
Damit existiert die Grundlage:
Ein operatives Data Quality Cockpit ergänzt die Steuerungsebene:
Das Cockpit muss deshalb mehr leisten als eine grüne oder rote Übersicht.
Es muss beantworten:
- Wie entwickelt sich die Datenqualität?
- Welche Data Products verschlechtern sich?
- Welche kritischen Regeln schlagen fehl?
- Welche Tabelle und Spalte sind betroffen?
- Wie viele Datensätze sind fehlerhaft?
- Wer ist verantwortlich?
- Welche Maßnahme ist offen?
- Wird das vereinbarte SLA eingehalten?
- Welche konkreten Datensätze müssen untersucht werden?
- Hat die Behebung den nächsten Testlauf verbessert?
Ein Data Quality Cockpit verbindet Messung, Verantwortlichkeit und Behebung in einem durchgängigen operativen Prozess.
Das gemeinsame Datenmodell hinter Qlik und Power BI
BI-Tools als Beispiele (z. B. Qlik oder Power BI) sollten dieselben kuratierten Fakten verwenden.
Ein belastbares Modell besteht aus mindestens vier fachlichen Objekten:
Optional ergänzt:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
DQ_RUN
DQ_DATA_PRODUCT
DQ_OWNER
DQ_SLA_POLICY
DQ_DATE
DQ_RULE
Eine Zeile je versionierter Qualitätsregel.
Typische Felder:
- Rule ID
- Rule Version
- Rule Name
- Business Description
- Data Product
- Table
- Column
- Test Type
- Threshold
- Schweregrad
- verantwortliche Person
- Active From
- Active To
- Execution Platform
- Details Link
DQ_TEST_RESULT
Eine Zeile je Regelausführung.
Typische Felder:
- Run ID
- Rule ID
- Rule Version
- Status
- Rows Tested
- Rows Failed
- Failure Rate
- Executed At
- Platform
- Execution Method
- Duration
- Metric Completeness
- verantwortliche Person Snapshot
- Schweregrad Snapshot
DQ_FAILURE_DETAIL
Null bis viele Fehlerdatensätze je Regelausführung.
Typische Felder:
- Run ID
- Rule ID
- Entity ID
- Failure Code
- Failure Reason
- Detected Value
- Source System
- Load ID
- Detail Timestamp
DQ_ACTION
Eine Zeile je Maßnahme oder Ticket.
Typische Felder:
- Action ID
- Rule ID
- Run ID
- verantwortliche Person
- Action Status
- Created At
- Due At
- Resolved At
- Resolution
- Ticket URL
- Re-Test Run ID
- SLA Status
Die Ergebnisfaktentabelle und die Fehlerdetailtabelle besitzen unterschiedliche Grains.
Aggregierte Qualität und einzelne Fehlerdatensätze dürfen nicht in eine einzige überladene Tabelle gezwungen werden.
Das Data Quality Management Cockpit
Ein vollständiges Cockpit benötigt mehrere Perspektiven.
1. Management-KPIs
Die oberste Ebene zeigt wenige belastbare Kennzahlen:
- Quality Score
- Failure Rate
- ausgeführte Regeln
- fehlgeschlagene Prüfungen
- geprüftes Datenvolumen
- SLA-Konformität
- offene Maßnahmen
- überfällige Maßnahmen
Diese KPIs benötigen immer:
- einen Zeitraum
- einen Vergleichszeitraum
- einen klaren Filterkontext
- eine dokumentierte Berechnung
- einen Zeitstempel der letzten Aktualisierung
2. Entwicklung über Zeit
Zeitreihen zeigen:
- Quality Score je Tag oder Run
- Failure Rate
- bestandene und fehlgeschlagene Regeln
- Warnungen
- technische Errors
- verworfene Datensätze
- offene und überfällige Maßnahmen
Ein einzelner aktueller Wert kann eine systematische Verschlechterung verbergen.
3. Regeln nach Schweregrad
Severity hilft bei der Priorisierung:
- Critical
- High
- Medium
- Low
Severity beschreibt die fachliche Auswirkung.
Sie ist nicht dasselbe wie:
- Teststatus
- technische Action wie Warn, Drop oder Fail
- Anzahl fehlerhafter Zeilen
- SLA-Status
Eine kritische Regel kann nur wenige Datensätze betreffen und trotzdem sofortige Reaktion erfordern.
4. Data Product, Tabelle und Spalte
Das Cockpit muss von einer unternehmensweiten Übersicht zu den betroffenen Datenobjekten führen:
Die Ebenen müssen dem Datenmodell und den Verantwortlichkeiten der Organisation entsprechen.
5. Owner
Owner-Dimensionen ermöglichen:
- Fehler nach verantwortlichem Team
- offene Maßnahmen je verantwortliche Person
- SLA-Verstöße
- wiederkehrende Fehler
- nicht zugeordnete Regeln
- Regeln mit veraltetem verantwortliche Person
Der Owner sollte aus der historischen Ergebniszeile oder einer zeitabhängigen Zuordnung kommen. Nur der aktuelle Owner einer Stammtabelle kann historische Verantwortlichkeit falsch darstellen.
6. SLA und offene Maßnahmen
Das Cockpit wird operativ, wenn es nicht nur Fehler, sondern deren Bearbeitung zeigt:
- offen
- in Analyse
- in Behebung
- wartet auf Quelle
- bereit für Re-Test
- gelöst
- akzeptiertes Risiko
- geschlossen
Dazu gehören:
- Fälligkeitsdatum
- Alter der Maßnahme
- verantwortlicher verantwortliche Person
- letzter Kommentar
- Ticket oder Workflow-Link
- Resolution
- Re-Test-Ergebnis
Failure Rate und Quality Score sind unterschiedliche Kennzahlen
Die beiden Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen.
Failure Rate
Die zeilengewichtete Failure Rate lautet:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Sum(Rows Failed) / Sum(Rows Tested)
Sie beantwortet:
Welcher Anteil der geprüften Datensätze verletzt die ausgewählten Regeln?
Die Kennzahl eignet sich besonders für Regeln mit sinnvoll vergleichbarem Zeilengrain.
Sie darf nicht als einfacher Durchschnitt gespeicherter Prozentwerte berechnet werden.
Beispiel:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Test A:
1 Fehler / 10 Zeilen = 10 %
Test B:
100 Fehler / 100.000 Zeilen = 0,1 %
Einfacher Durchschnitt:
5,05 %
Zeilengewichtete Failure Rate:
101 / 100.010 ≈ 0,101 %
Rule Pass Rate
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Passed Rule Runs / Executed Rule Runs
Sie beantwortet:
Welcher Anteil der ausgeführten Regeln wurde bestanden?
Ein Test mit zehn geprüften Zeilen hat hier dasselbe Gewicht wie ein Test mit zehn Millionen Zeilen.
Quality Score
Ein Quality Score ist keine universell standardisierte Kennzahl. Die Organisation muss seine Semantik dokumentieren.
Ein einfaches, transparentes Beispiel verwendet status- und severitygewichtete Regelresultate.
Statuswerte:
| Status | Score |
|---|---|
| Passed | 1,00 |
| Warning | 0,50 |
| Filtered | 0,25 |
| Failed | 0,00 |
| Failed Early | 0,00 |
| Error | separat behandeln |
| Skipped | aus dem Nenner ausschließen |
Severity-Gewichte:
| Severity | Gewicht |
|---|---|
| Critical | 8 |
| High | 4 |
| Medium | 2 |
| Low | 1 |
Berechnung:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Quality Score =
Sum(Status Score × Severity Weight)
/
Sum(Severity Weight)
× 100
Beispiel:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Critical Passed:
1,00 × 8
High Failed:
0,00 × 4
Medium Warning:
0,50 × 2
Low Passed:
1,00 × 1
Quality Score:
(8 + 0 + 1 + 1) / (8 + 4 + 2 + 1)
= 66,7 %
Dieses Beispiel ist bewusst einfach.
Alternativ kann die Organisation:
- Threshold-Abweichungen einbeziehen
- Data-Product-Kritikalität gewichten
- Regelabdeckung berücksichtigen
- technische Errors als eigene KPI behandeln
- Quality Dimensions wie Completeness, Validity und Timeliness getrennt bewerten
Der Score muss verständlich, reproduzierbar und über Zeit stabil sein. Eine scheinbar präzise Prozentzahl ohne dokumentierte Formel ist keine Governance-Kennzahl.
Errors und Skipped Tests nicht verstecken
Eine hohe Quality Score kann irreführend sein, wenn viele Tests technisch nicht ausgeführt wurden.
Deshalb sollten zusätzlich sichtbar sein:
- Test Coverage
- Error Rate
- Skipped Rate
- Metric Completeness
- letztes erfolgreiches Ergebnis
- Alter des letzten Tests
Beispiel:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
100 definierte Regeln
80 Passed
5 Failed
15 Error
Rule Pass Rate bezogen auf alle Regeln:
80 %
Rule Pass Rate nur auf ausgeführte Qualitätsresultate:
94,1 %
Beide Werte erzählen eine andere Geschichte.
Technische Errors gehören nicht automatisch in die Failure Rate der Fachdaten. Sie benötigen eine separate operative Perspektive.
Qlik-Modell und Kennzahlen
Qlik eignet sich besonders für associative Selections über:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Data Product
Table
Column
Rule
Owner
Severity
Run
Status
Action
Ein mögliches logisches Modell:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
DQ_TEST_RESULT
↕ RuleKey
DQ_RULE
DQ_TEST_RESULT
↕ RunID
DQ_RUN
DQ_FAILURE_DETAIL
↕ RunRuleKey
DQ_TEST_RESULT
DQ_ACTION
↕ RuleKey / RunRuleKey
DQ_TEST_RESULT
Synthetische Schlüssel und unkontrollierte Many-to-many-Verbindungen sollten vermieden werden.
Empfohlene technische Schlüssel:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
RuleKey =
Rule ID & '|' & Rule Version
RunRuleKey =
Run ID & '|' & Rule ID & '|' & Rule Version
Qlik Failure Rate
Num(
Sum(rows_failed)
/
Sum(rows_tested),
'0.00%'
)
Null-sicher:
If(
Sum(rows_tested) > 0,
Num(
Sum(rows_failed) / Sum(rows_tested),
'0.00%'
)
)
Qlik Rule Pass Rate
Num(
Count({
<test_status = {'Passed'}>
} DISTINCT run_rule_key)
/
Count({
<test_status -= {'Skipped'}>
} DISTINCT run_rule_key),
'0.0%'
)
Qlik offene Maßnahmen
Count({
<action_status -= {'Resolved', 'Closed', 'Accepted Risk'}>
} DISTINCT action_id)
Qlik überfällige Maßnahmen
Count({
<
action_status -= {'Resolved', 'Closed', 'Accepted Risk'},
due_date = {"<$(=Date(Today()))"}
>
} DISTINCT action_id)
Qlik Set Analysis für Critical Failures
Count({
<
severity = {'Critical'},
test_status = {'Failed', 'Failed Early'}
>
} DISTINCT run_rule_key)
Qlik Drill-down
Eine Master-Dimension kann beispielsweise enthalten:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Domain
Data Product
Table
Column
Rule Name
Qlik wechselt innerhalb einer Drill-down-Dimension automatisch auf die nächste Ebene, wenn durch Selektionen nur noch ein Wert der aktuellen Ebene möglich ist.
Für den Weg bis zum einzelnen Fehlerdatensatz sind häufig getrennte Sheets sinnvoll:
- Management Overview
- Data Product and Rule Analysis
- Failure Records
- Action and SLA Management
Selections und Buttons können den Kontext zwischen den Sheets erhalten.
Power-BI-Modell und Kennzahlen
Power BI sollte ein sauberes Sternschema verwenden.
Fakten:
Fact DQ Test ResultFact DQ Failure DetailFact DQ Action
Dimensionen:
Dim RuleDim Data ProductDim verantwortliche PersonDim SchweregradDim PlatformDim DateDim Run
Beziehungen sollten bevorzugt von Dimension zu Fakt in eine Richtung filtern.
DAX Failure Rate
Failure Rate =
DIVIDE(
SUM('Fact DQ Test Result'[Rows Failed]),
SUM('Fact DQ Test Result'[Rows Tested])
)
DAX Rule Pass Rate
Rule Pass Rate =
DIVIDE(
CALCULATE(
DISTINCTCOUNT(
'Fact DQ Test Result'[Run Rule Key]
),
'Fact DQ Test Result'[Test Status] = "Passed"
),
CALCULATE(
DISTINCTCOUNT(
'Fact DQ Test Result'[Run Rule Key]
),
'Fact DQ Test Result'[Test Status] <> "Skipped"
)
)
DAX offene Maßnahmen
Open Actions =
CALCULATE(
DISTINCTCOUNT('Fact DQ Action'[Action ID]),
NOT (
'Fact DQ Action'[Action Status]
IN { "Resolved", "Closed", "Accepted Risk" }
)
)
DAX überfällige Maßnahmen
Overdue Actions =
CALCULATE(
DISTINCTCOUNT('Fact DQ Action'[Action ID]),
'Fact DQ Action'[Due At] < TODAY(),
NOT (
'Fact DQ Action'[Action Status]
IN { "Resolved", "Closed", "Accepted Risk" }
)
)
DAX SLA-Konformität
SLA Compliance =
DIVIDE(
CALCULATE(
DISTINCTCOUNT('Fact DQ Action'[Action ID]),
'Fact DQ Action'[SLA Status] = "Within SLA"
),
CALCULATE(
DISTINCTCOUNT('Fact DQ Action'[Action ID]),
NOT ISBLANK('Fact DQ Action'[SLA Status])
)
)
Drillthrough in Power BI
Eine Drillthrough-Seite kann auf folgende Felder gefiltert werden:
- Rule ID
- Run ID
- Data Product
- Table
- Column
- verantwortliche Person
Dadurch navigiert ein Nutzer von einer aggregierten Regel direkt zu einer Detailseite im ausgewählten Kontext.
Geeignete Seiten:
- Executive Overview
- Data Product Quality
- Rule Details
- Failure Records
- Action and SLA Details
Vom KPI bis zum fehlerhaften Datensatz
Ein sinnvoller Analysepfad besteht aus sieben Ebenen.
1. KPI
Der Nutzer erkennt:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Quality Score = 92,4 %
Failure Rate = 7,6 %
Diese Ebene zeigt das Ausmaß, aber noch keine Ursache.
2. Entwicklung über Zeit
Die Zeitreihe beantwortet:
- einmaliger Ausreißer oder Trend?
- seit welchem Run?
- nach welchem Release?
- Verbesserung nach einer Maßnahme?
- wiederkehrendes Muster?
3. Schweregrad
Der Nutzer fokussiert kritische und hohe Fehler.
4. Data Product, Tabelle und Spalte
Der betroffene fachliche und technische Bereich wird lokalisiert.
5. Regeldetail
Die Regelansicht zeigt:
- Business Description
- Rule ID und Version
- Threshold
- Test Type
- Ausführungsplattform
- letzte Runs
- Fehlerrate
- verantwortliche Person
- Schweregrad
- offene Maßnahmen
- technische Details
6. Fehlerhafte Datensätze
Die Detailtabelle zeigt nur relevante Spalten:
- Entity ID
- betroffene Werte
- Failure Reason
- Source System
- Load ID
- Detected At
7. Einzelner Datensatz
Die tiefste Ebene zeigt den vollständigen kontrollierten Kontext:
- Business Key
- relevante Attribute
- Quellsystem
- Load- und Batch-Information
- Regelverletzung
- vorheriger und aktueller Wert
- zuständiger verantwortliche Person
- Ticket oder Maßnahme
- Re-Test-Status
Drill-down und Datenschutz
Fehlerdetails können sensible Informationen enthalten.
Das Cockpit benötigt deshalb getrennte Zugriffslevel.
Management-Level
Sieht:
- Scores
- Trends
- Data Products
- Schweregrad
- verantwortliche Person
- aggregierte Fehlermengen
Data Steward und Data Owner
Sieht zusätzlich:
- Rule Details
- Business Keys
- Fehlerursachen
- Maßnahmen
- kontrollierte Fehlerdetails
Technische Spezialisten
Sieht zusätzlich:
- Source System
- Load ID
- technische Events
- Pipeline- oder Job-Information
- Quarantäne- oder Evidenzlink
Schutzmaßnahmen:
- personenbezogene Daten maskieren
- unnötige Attribute nicht laden
- Detaildaten zeitlich begrenzen
- Section Access in Qlik oder Row-Level Security in Power BI einsetzen
- Exportberechtigungen begrenzen
- Zugriffe auditieren
- Detailseiten getrennt berechtigen
Ein Data Quality Cockpit darf nicht zu einem unkontrollierten alternativen Datenzugang werden.
SLA-Modell
SLA beginnt nicht erst mit dem Ticket.
Ein mögliches SLA-Modell:
| Severity | Acknowledge | Analyse begonnen | Behebung oder akzeptierter Plan |
|---|---|---|---|
| Critical | 1 Stunde | 4 Stunden | 1 Arbeitstag |
| High | 4 Stunden | 1 Arbeitstag | 3 Arbeitstage |
| Medium | 1 Arbeitstag | 3 Arbeitstage | 10 Arbeitstage |
| Low | 3 Arbeitstage | nach Planung | nach Roadmap |
Die konkreten Zeiten müssen von der Organisation definiert werden.
Sinnvolle Zeitpunkte:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
Detected At
Assigned At
Acknowledged At
Analysis Started At
Resolved At
Re-Tested At
Closed At
Daraus entstehen Kennzahlen:
- Time to Assign
- Time to Acknowledge
- Time to Resolve
- Time to Re-Test
- SLA Compliance
- Overdue Age
- Reopen Rate
Ein Fehler ist nicht mit der Datenkorrektur abgeschlossen
Ein vollständiger Abschluss benötigt:
Ohne Re-Test bleibt unklar, ob die Maßnahme wirksam war.
Maßnahmen und Tickets
Die DQ_ACTION-Tabelle kann aus einem Workflow- oder Ticketsystem kommen.
Ein Data Quality Cockpit sollte mindestens verlinken können auf:
- ServiceNow
- Jira
- Azure DevOps
- Microsoft Planner
- Power Automate Workflow
- Qlik Application Automation
- internes Governance-Portal
Das BI-Tool muss nicht das führende Ticket-System werden.
Besser:
Die führende Quelle für Maßnahmenstatus muss eindeutig sein.
Alerting
Alerts sollten gezielt eingesetzt werden.
Sinnvolle Trigger:
- Critical Rule Failed
- Failure Rate über Threshold
- Quality Score fällt stärker als definierter Grenzwert
- Regel schlägt in mehreren Läufen hintereinander fehl
- Data Product wurde nicht geprüft
- Test endet mit Error
- Maßnahme wird überfällig
- Re-Test schlägt erneut fehl
Nicht jede einzelne fehlerhafte Zeile benötigt eine Benachrichtigung.
Qlik
Qlik Cloud kann datenbasierte Alerts für definierte Bedingungen und Schwellenwerte auswerten. Qlik Alerting bietet ebenfalls datenbezogene und komplexere Alert-Bedingungen, abhängig von der eingesetzten Qlik-Umgebung und Lizenzierung.
Power BI
Power BI unterstützt Datenwarnungen für bestimmte Dashboard-Kacheln wie KPIs, Karten und Gauges. Zusätzlich stehen je nach Umgebung weitere Report-Alert-Funktionen zur Verfügung. Die aktuell verfügbare Funktionalität und Preview-Kennzeichnung sollte vor der Umsetzung geprüft werden.
Für komplexe operative DQ-Alerts ist häufig eine vorgelagerte Workflow-Logik robuster als ausschließlich visuelles Alerting.
Performance und Datenvolumen
Fehlerdetailtabellen können sehr groß werden.
Empfehlungen:
- Cockpit standardmäßig auf aggregierte Fakten setzen
- Fehlerdetails erst bei Drill-down laden
- aktuelle Detaildaten von historischer Evidenz trennen
- Partitionierung nach Datum oder Run
- inkrementelles Laden
- nur relevante Spalten bereitstellen
- große Fehlergruppen samplen oder paginieren
- Detail-Retention begrenzen
- aggregierte Historie länger aufbewahren
Beispiel:
Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.
DQ_TEST_RESULT:
36 Monate
DQ_FAILURE_DETAIL:
30 bis 90 Tage
Quarantäne:
abhängig von Fachprozess und Datenschutz
Die konkreten Fristen müssen durch Governance, Datenschutz und operative Anforderungen festgelegt werden.
Aktualität des Cockpits
Das Cockpit sollte sichtbar ausweisen:
- Last Result Loaded At
- Last Source Refresh
- Last Successful Test Run
- Result Latency
- Action Status Sync Time
Ein Quality Score von 100 Prozent ist wertlos, wenn die Daten seit drei Tagen nicht aktualisiert wurden.
Deshalb ist die Aktualität des Monitorings selbst eine Kontrollkennzahl.
Empfohlene Cockpit-Seiten
Seite 1 — Management Overview
- Quality Score
- Failure Rate
- Rule Pass Rate
- Trends
- Schweregrad
- Top Data Products
- SLA
- offene Maßnahmen
Seite 2 — Data Product Analysis
- Domain und Data Product
- Tabelle und Spalte
- Quality Dimensions
- Regeln
- Plattform
- zeitliche Entwicklung
Seite 3 — Rule Details
- Regeldefinition
- Threshold
- Version
- verantwortliche Person
- letzte Läufe
- Statushistorie
- technische Herkunft
- Maßnahmen
Seite 4 — Failure Records
- Fehlerdatensätze
- Quellsystem
- Load ID
- Ursache
- Evidenz
- Export nur bei Berechtigung
Seite 5 — Actions and SLA
- offene Maßnahmen
- überfällige Maßnahmen
- verantwortliche Person
- Alter
- Status
- Re-Test
- Ticket-Link
Abnahmekriterien für ein operatives Cockpit
Ein Cockpit ist bereit für den Betrieb, wenn:
- Jede KPI-Formel dokumentiert ist.
- Failure Rate und Rule Pass Rate getrennt sind.
- Errors und Skipped Tests sichtbar bleiben.
- Zeit-, Data-Product-, Regel- und Owner-Filter konsistent funktionieren.
- Der Drill-down bis zur Regel möglich ist.
- Berechtigte Nutzer Fehlerdetails sehen können.
- Owner und Severity historisch nachvollziehbar sind.
- Maßnahmen und SLA mit den Fehlern verbunden sind.
- Ein Re-Test-Ergebnis den Abschluss bestätigt.
- Qlik und Power BI dieselbe fachliche Semantik verwenden.
- Detailzugriffe datenschutzkonform sind.
- Cockpit-Aktualität und Datenlatenz sichtbar sind.
Typische Fehlentscheidungen
Einen nicht dokumentierten Quality Score verwenden
Dann ist die Kennzahl nicht auditierbar und kann nicht verlässlich verglichen werden.
Prozentwerte mitteln
Failure Rates müssen auf Basis ihrer Zähler und Nenner aggregiert werden.
Errors ausblenden
Ein nicht ausführbarer Test ist kein bestandener Test.
Management und Fehlerdetails auf dieselbe Seite laden
Das verschlechtert Performance, Bedienbarkeit und Datenschutz.
Owner nur als aktuellen Stammdatenwert verwenden
Historische Verantwortlichkeit kann dadurch falsch erscheinen.
Maßnahmen ohne Re-Test schließen
Die tatsächliche Verbesserung bleibt unbewiesen.
Qlik- und Power-BI-Logik getrennt entwickeln
Dann entstehen unterschiedliche Quality Scores für dieselben Daten.
Jede Warnung als Ticket erzeugen
Das erzeugt Alert Fatigue und überlastet den Prozess.
Details ohne Zugriffskontrolle bereitstellen
Datenqualität darf Datenschutz und Berechtigungskonzepte nicht umgehen.
Die zentrale Erkenntnis
Ein Data Quality Cockpit ist die operative Schnittstelle zwischen technischen Tests, fachlicher Verantwortung und nachweisbarer Verbesserung.
Die standardisierte DQ-Historie liefert:
- Regeln
- Testläufe
- Status
- Mengen
- Fehlerraten
- verantwortliche Person
- Schweregrad
Qlik und Power BI ergänzen:
- Quality Score
- Trends
- Selektionen und Drill-down
- Data-Product- und Regelperspektiven
- SLA- und Maßnahmensteuerung
- kontrollierten Zugriff auf Fehlerdetails
Der Prozess wird geschlossen durch:
Damit endet die Serie nicht bei einer Visualisierung. Sie endet bei einem wiederholbaren Betriebsmodell für messbare Datenqualität.
Passende Playbooks
- Part 1 — From Tests to Data Quality Monitoring
- Part 2 — Data Quality in Microsoft Fabric
- Part 3 — Data Quality with dbt
- Part 4 — Data Quality in Databricks
- Part 5 — One Rule, Three Platforms
- Data Quality & Governance
- KPI Definition and Versioning
- Governance-App Deep Dive — Tool-Historie laden, Outcomes, drei Adapter; Tableau im selben Vertrag.
Quellen und weiterführende Dokumentation
- Qlik Sense — Creating a Drill-down Dimension
- Qlik Cloud — Monitoring Changes with Alerts
- Qlik Cloud — Managing Alerts
- Qlik Alerting — Data Alerts
- Power BI — Drillthrough in Reports
- Power BI — Use Report Page Drillthrough
- Power BI — Set Data Alerts on Dashboards
- Power BI — Set Alerts on Reports
- Power BI — Row-Level Security Guidance
- Power BI — Star Schema Guidance
Stand der Funktionsbeschreibung: Juli 2026. Qlik- und Power-BI-Funktionen, Lizenzabhängigkeiten und Preview-Status können sich ändern. Vor der Umsetzung sollte die aktuelle Herstellerdokumentation geprüft werden.
DQ on the platform
Part 5 of 5
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