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Datenqualitäts-Cockpit in Qlik und Power BI — Von der Kennzahl bis zur Behebung

Datenqualitäts-Cockpit in Qlik und Power BI — Von der Kennzahl bis zur Behebung

Wie eine standardisierte Data-Quality-Historie in Qlik und Power BI zu einem operativen Management-Cockpit mit Quality Score, Failure Rate, Trends, Verantwortung, SLA, Maßnahmen und Drill-down auf fehlerhafte Datensätze wird.

Category
Datenqualität
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16 min
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Tags
data-quality operational-data-quality data-quality-cockpit qlik-sense power-bi quality-score failure-rate drill-down drillthrough sla remediation ownership data-governance
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Begriffe vor dem Lesen

  • DQ auf der Plattform — Umsetzung von Datenqualitaetsregeln in Fabric, dbt, Databricks oder vergleichbaren Stacks.
  • Rule-ID — Stabile Kennung einer fachlichen Erwartung ueber Tools hinweg.
  • Result Table — Standardisierte Tabelle für Regel-Lauf, Status, Fehlerrate, Owner und Nachweis.
  • Quellkorrektur — Behebung im fuehrenden System, wenn der Fehler dort entsteht.
  • Transformation — Nachgelagerte Bereinigung; sie braucht Kennzeichnung, Grund und Nachweis.

Qualität, Quellkorrektur und AI-Nutzung

Datenqualität muss sichtbar machen, wo ein Problem behoben wurde. Wenn der Fehler im Quellsystem entsteht, ist die beste Behebung eine Korrektur an der Quelle oder mindestens ein dokumentierter Quellbefund mit Owner. Wenn ETL oder ELT Werte nachgelagert bereinigt, schätzt, mappt oder filtert, braucht diese Änderung Evidence: Regel, Grund, betroffene Felder, Version und erlaubte Nutzung.

Das ist besonders wichtig für AI. Retrieval, Training, Features und Agenten sehen oft nur das nachgelagerte Ergebnis. Ohne Kennzeichnung wissen sie nicht, ob ein Wert beobachtet, korrigiert, geschätzt, defaulted oder ausgeschlossen wurde. Governance muss Unsicherheit und Herkunft erhalten, statt sie hinter einem sauber wirkenden Datensatz zu verstecken.

Ein Dashboard ist erst dann ein Data Quality Cockpit, wenn daraus gehandelt wird

Die vorherigen Teile dieser Serie haben gezeigt, wie technische Tests in Microsoft Fabric, dbt und Databricks standardisierte, historische Ergebnisse erzeugen.

Damit existiert die Grundlage:

Ein operatives Data Quality Cockpit ergänzt die Steuerungsebene:

Das Cockpit muss deshalb mehr leisten als eine grüne oder rote Übersicht.

Es muss beantworten:

  • Wie entwickelt sich die Datenqualität?
  • Welche Data Products verschlechtern sich?
  • Welche kritischen Regeln schlagen fehl?
  • Welche Tabelle und Spalte sind betroffen?
  • Wie viele Datensätze sind fehlerhaft?
  • Wer ist verantwortlich?
  • Welche Maßnahme ist offen?
  • Wird das vereinbarte SLA eingehalten?
  • Welche konkreten Datensätze müssen untersucht werden?
  • Hat die Behebung den nächsten Testlauf verbessert?

Ein Data Quality Cockpit verbindet Messung, Verantwortlichkeit und Behebung in einem durchgängigen operativen Prozess.

Das gemeinsame Datenmodell hinter Qlik und Power BI

BI-Tools als Beispiele (z. B. Qlik oder Power BI) sollten dieselben kuratierten Fakten verwenden.

Ein belastbares Modell besteht aus mindestens vier fachlichen Objekten:

Optional ergänzt:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

DQ_RUN
DQ_DATA_PRODUCT
DQ_OWNER
DQ_SLA_POLICY
DQ_DATE

DQ_RULE

Eine Zeile je versionierter Qualitätsregel.

Typische Felder:

  • Rule ID
  • Rule Version
  • Rule Name
  • Business Description
  • Data Product
  • Table
  • Column
  • Test Type
  • Threshold
  • Schweregrad
  • verantwortliche Person
  • Active From
  • Active To
  • Execution Platform
  • Details Link

DQ_TEST_RESULT

Eine Zeile je Regelausführung.

Typische Felder:

  • Run ID
  • Rule ID
  • Rule Version
  • Status
  • Rows Tested
  • Rows Failed
  • Failure Rate
  • Executed At
  • Platform
  • Execution Method
  • Duration
  • Metric Completeness
  • verantwortliche Person Snapshot
  • Schweregrad Snapshot

DQ_FAILURE_DETAIL

Null bis viele Fehlerdatensätze je Regelausführung.

Typische Felder:

  • Run ID
  • Rule ID
  • Entity ID
  • Failure Code
  • Failure Reason
  • Detected Value
  • Source System
  • Load ID
  • Detail Timestamp

DQ_ACTION

Eine Zeile je Maßnahme oder Ticket.

Typische Felder:

  • Action ID
  • Rule ID
  • Run ID
  • verantwortliche Person
  • Action Status
  • Created At
  • Due At
  • Resolved At
  • Resolution
  • Ticket URL
  • Re-Test Run ID
  • SLA Status

Die Ergebnisfaktentabelle und die Fehlerdetailtabelle besitzen unterschiedliche Grains.

Aggregierte Qualität und einzelne Fehlerdatensätze dürfen nicht in eine einzige überladene Tabelle gezwungen werden.

Das Data Quality Management Cockpit

Ein vollständiges Cockpit benötigt mehrere Perspektiven.

1. Management-KPIs

Die oberste Ebene zeigt wenige belastbare Kennzahlen:

  • Quality Score
  • Failure Rate
  • ausgeführte Regeln
  • fehlgeschlagene Prüfungen
  • geprüftes Datenvolumen
  • SLA-Konformität
  • offene Maßnahmen
  • überfällige Maßnahmen

Diese KPIs benötigen immer:

  • einen Zeitraum
  • einen Vergleichszeitraum
  • einen klaren Filterkontext
  • eine dokumentierte Berechnung
  • einen Zeitstempel der letzten Aktualisierung

2. Entwicklung über Zeit

Zeitreihen zeigen:

  • Quality Score je Tag oder Run
  • Failure Rate
  • bestandene und fehlgeschlagene Regeln
  • Warnungen
  • technische Errors
  • verworfene Datensätze
  • offene und überfällige Maßnahmen

Ein einzelner aktueller Wert kann eine systematische Verschlechterung verbergen.

3. Regeln nach Schweregrad

Severity hilft bei der Priorisierung:

  • Critical
  • High
  • Medium
  • Low

Severity beschreibt die fachliche Auswirkung.

Sie ist nicht dasselbe wie:

  • Teststatus
  • technische Action wie Warn, Drop oder Fail
  • Anzahl fehlerhafter Zeilen
  • SLA-Status

Eine kritische Regel kann nur wenige Datensätze betreffen und trotzdem sofortige Reaktion erfordern.

4. Data Product, Tabelle und Spalte

Das Cockpit muss von einer unternehmensweiten Übersicht zu den betroffenen Datenobjekten führen:

Die Ebenen müssen dem Datenmodell und den Verantwortlichkeiten der Organisation entsprechen.

5. Owner

Owner-Dimensionen ermöglichen:

  • Fehler nach verantwortlichem Team
  • offene Maßnahmen je verantwortliche Person
  • SLA-Verstöße
  • wiederkehrende Fehler
  • nicht zugeordnete Regeln
  • Regeln mit veraltetem verantwortliche Person

Der Owner sollte aus der historischen Ergebniszeile oder einer zeitabhängigen Zuordnung kommen. Nur der aktuelle Owner einer Stammtabelle kann historische Verantwortlichkeit falsch darstellen.

6. SLA und offene Maßnahmen

Das Cockpit wird operativ, wenn es nicht nur Fehler, sondern deren Bearbeitung zeigt:

  • offen
  • in Analyse
  • in Behebung
  • wartet auf Quelle
  • bereit für Re-Test
  • gelöst
  • akzeptiertes Risiko
  • geschlossen

Dazu gehören:

  • Fälligkeitsdatum
  • Alter der Maßnahme
  • verantwortlicher verantwortliche Person
  • letzter Kommentar
  • Ticket oder Workflow-Link
  • Resolution
  • Re-Test-Ergebnis

Failure Rate und Quality Score sind unterschiedliche Kennzahlen

Die beiden Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen.

Failure Rate

Die zeilengewichtete Failure Rate lautet:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Sum(Rows Failed) / Sum(Rows Tested)

Sie beantwortet:

Welcher Anteil der geprüften Datensätze verletzt die ausgewählten Regeln?

Die Kennzahl eignet sich besonders für Regeln mit sinnvoll vergleichbarem Zeilengrain.

Sie darf nicht als einfacher Durchschnitt gespeicherter Prozentwerte berechnet werden.

Beispiel:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Test A:
1 Fehler / 10 Zeilen = 10 %

Test B:
100 Fehler / 100.000 Zeilen = 0,1 %

Einfacher Durchschnitt:
5,05 %

Zeilengewichtete Failure Rate:
101 / 100.010 ≈ 0,101 %

Rule Pass Rate

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Passed Rule Runs / Executed Rule Runs

Sie beantwortet:

Welcher Anteil der ausgeführten Regeln wurde bestanden?

Ein Test mit zehn geprüften Zeilen hat hier dasselbe Gewicht wie ein Test mit zehn Millionen Zeilen.

Quality Score

Ein Quality Score ist keine universell standardisierte Kennzahl. Die Organisation muss seine Semantik dokumentieren.

Ein einfaches, transparentes Beispiel verwendet status- und severitygewichtete Regelresultate.

Statuswerte:

Status Score
Passed 1,00
Warning 0,50
Filtered 0,25
Failed 0,00
Failed Early 0,00
Error separat behandeln
Skipped aus dem Nenner ausschließen

Severity-Gewichte:

Severity Gewicht
Critical 8
High 4
Medium 2
Low 1

Berechnung:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Quality Score =
Sum(Status Score × Severity Weight)
/
Sum(Severity Weight)
× 100

Beispiel:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Critical Passed:
1,00 × 8

High Failed:
0,00 × 4

Medium Warning:
0,50 × 2

Low Passed:
1,00 × 1

Quality Score:
(8 + 0 + 1 + 1) / (8 + 4 + 2 + 1)
= 66,7 %

Dieses Beispiel ist bewusst einfach.

Alternativ kann die Organisation:

  • Threshold-Abweichungen einbeziehen
  • Data-Product-Kritikalität gewichten
  • Regelabdeckung berücksichtigen
  • technische Errors als eigene KPI behandeln
  • Quality Dimensions wie Completeness, Validity und Timeliness getrennt bewerten

Der Score muss verständlich, reproduzierbar und über Zeit stabil sein. Eine scheinbar präzise Prozentzahl ohne dokumentierte Formel ist keine Governance-Kennzahl.

Errors und Skipped Tests nicht verstecken

Eine hohe Quality Score kann irreführend sein, wenn viele Tests technisch nicht ausgeführt wurden.

Deshalb sollten zusätzlich sichtbar sein:

  • Test Coverage
  • Error Rate
  • Skipped Rate
  • Metric Completeness
  • letztes erfolgreiches Ergebnis
  • Alter des letzten Tests

Beispiel:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

100 definierte Regeln
80 Passed
5 Failed
15 Error

Rule Pass Rate bezogen auf alle Regeln:
80 %

Rule Pass Rate nur auf ausgeführte Qualitätsresultate:
94,1 %

Beide Werte erzählen eine andere Geschichte.

Technische Errors gehören nicht automatisch in die Failure Rate der Fachdaten. Sie benötigen eine separate operative Perspektive.

Qlik-Modell und Kennzahlen

Qlik eignet sich besonders für associative Selections über:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Data Product
Table
Column
Rule
Owner
Severity
Run
Status
Action

Ein mögliches logisches Modell:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

DQ_TEST_RESULT
  ↕ RuleKey
DQ_RULE

DQ_TEST_RESULT
  ↕ RunID
DQ_RUN

DQ_FAILURE_DETAIL
  ↕ RunRuleKey
DQ_TEST_RESULT

DQ_ACTION
  ↕ RuleKey / RunRuleKey
DQ_TEST_RESULT

Synthetische Schlüssel und unkontrollierte Many-to-many-Verbindungen sollten vermieden werden.

Empfohlene technische Schlüssel:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

RuleKey =
Rule ID & '|' & Rule Version

RunRuleKey =
Run ID & '|' & Rule ID & '|' & Rule Version

Qlik Failure Rate

Num(
    Sum(rows_failed)
    /
    Sum(rows_tested),
    '0.00%'
)

Null-sicher:

If(
    Sum(rows_tested) > 0,
    Num(
        Sum(rows_failed) / Sum(rows_tested),
        '0.00%'
    )
)

Qlik Rule Pass Rate

Num(
    Count({
        <test_status = {'Passed'}>
    } DISTINCT run_rule_key)
    /
    Count({
        <test_status -= {'Skipped'}>
    } DISTINCT run_rule_key),
    '0.0%'
)

Qlik offene Maßnahmen

Count({
    <action_status -= {'Resolved', 'Closed', 'Accepted Risk'}>
} DISTINCT action_id)

Qlik überfällige Maßnahmen

Count({
    <
        action_status -= {'Resolved', 'Closed', 'Accepted Risk'},
        due_date = {"<$(=Date(Today()))"}
    >
} DISTINCT action_id)

Qlik Set Analysis für Critical Failures

Count({
    <
        severity = {'Critical'},
        test_status = {'Failed', 'Failed Early'}
    >
} DISTINCT run_rule_key)

Qlik Drill-down

Eine Master-Dimension kann beispielsweise enthalten:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Domain
Data Product
Table
Column
Rule Name

Qlik wechselt innerhalb einer Drill-down-Dimension automatisch auf die nächste Ebene, wenn durch Selektionen nur noch ein Wert der aktuellen Ebene möglich ist.

Für den Weg bis zum einzelnen Fehlerdatensatz sind häufig getrennte Sheets sinnvoll:

  1. Management Overview
  2. Data Product and Rule Analysis
  3. Failure Records
  4. Action and SLA Management

Selections und Buttons können den Kontext zwischen den Sheets erhalten.

Power-BI-Modell und Kennzahlen

Power BI sollte ein sauberes Sternschema verwenden.

Fakten:

  • Fact DQ Test Result
  • Fact DQ Failure Detail
  • Fact DQ Action

Dimensionen:

  • Dim Rule
  • Dim Data Product
  • Dim verantwortliche Person
  • Dim Schweregrad
  • Dim Platform
  • Dim Date
  • Dim Run

Beziehungen sollten bevorzugt von Dimension zu Fakt in eine Richtung filtern.

DAX Failure Rate

Failure Rate =
DIVIDE(
    SUM('Fact DQ Test Result'[Rows Failed]),
    SUM('Fact DQ Test Result'[Rows Tested])
)

DAX Rule Pass Rate

Rule Pass Rate =
DIVIDE(
    CALCULATE(
        DISTINCTCOUNT(
            'Fact DQ Test Result'[Run Rule Key]
        ),
        'Fact DQ Test Result'[Test Status] = "Passed"
    ),
    CALCULATE(
        DISTINCTCOUNT(
            'Fact DQ Test Result'[Run Rule Key]
        ),
        'Fact DQ Test Result'[Test Status] <> "Skipped"
    )
)

DAX offene Maßnahmen

Open Actions =
CALCULATE(
    DISTINCTCOUNT('Fact DQ Action'[Action ID]),
    NOT (
        'Fact DQ Action'[Action Status]
            IN { "Resolved", "Closed", "Accepted Risk" }
    )
)

DAX überfällige Maßnahmen

Overdue Actions =
CALCULATE(
    DISTINCTCOUNT('Fact DQ Action'[Action ID]),
    'Fact DQ Action'[Due At] < TODAY(),
    NOT (
        'Fact DQ Action'[Action Status]
            IN { "Resolved", "Closed", "Accepted Risk" }
    )
)

DAX SLA-Konformität

SLA Compliance =
DIVIDE(
    CALCULATE(
        DISTINCTCOUNT('Fact DQ Action'[Action ID]),
        'Fact DQ Action'[SLA Status] = "Within SLA"
    ),
    CALCULATE(
        DISTINCTCOUNT('Fact DQ Action'[Action ID]),
        NOT ISBLANK('Fact DQ Action'[SLA Status])
    )
)

Drillthrough in Power BI

Eine Drillthrough-Seite kann auf folgende Felder gefiltert werden:

  • Rule ID
  • Run ID
  • Data Product
  • Table
  • Column
  • verantwortliche Person

Dadurch navigiert ein Nutzer von einer aggregierten Regel direkt zu einer Detailseite im ausgewählten Kontext.

Geeignete Seiten:

  1. Executive Overview
  2. Data Product Quality
  3. Rule Details
  4. Failure Records
  5. Action and SLA Details

Vom KPI bis zum fehlerhaften Datensatz

Ein sinnvoller Analysepfad besteht aus sieben Ebenen.

1. KPI

Der Nutzer erkennt:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Quality Score = 92,4 %
Failure Rate = 7,6 %

Diese Ebene zeigt das Ausmaß, aber noch keine Ursache.

2. Entwicklung über Zeit

Die Zeitreihe beantwortet:

  • einmaliger Ausreißer oder Trend?
  • seit welchem Run?
  • nach welchem Release?
  • Verbesserung nach einer Maßnahme?
  • wiederkehrendes Muster?

3. Schweregrad

Der Nutzer fokussiert kritische und hohe Fehler.

4. Data Product, Tabelle und Spalte

Der betroffene fachliche und technische Bereich wird lokalisiert.

5. Regeldetail

Die Regelansicht zeigt:

  • Business Description
  • Rule ID und Version
  • Threshold
  • Test Type
  • Ausführungsplattform
  • letzte Runs
  • Fehlerrate
  • verantwortliche Person
  • Schweregrad
  • offene Maßnahmen
  • technische Details

6. Fehlerhafte Datensätze

Die Detailtabelle zeigt nur relevante Spalten:

  • Entity ID
  • betroffene Werte
  • Failure Reason
  • Source System
  • Load ID
  • Detected At

7. Einzelner Datensatz

Die tiefste Ebene zeigt den vollständigen kontrollierten Kontext:

  • Business Key
  • relevante Attribute
  • Quellsystem
  • Load- und Batch-Information
  • Regelverletzung
  • vorheriger und aktueller Wert
  • zuständiger verantwortliche Person
  • Ticket oder Maßnahme
  • Re-Test-Status

Drill-down und Datenschutz

Fehlerdetails können sensible Informationen enthalten.

Das Cockpit benötigt deshalb getrennte Zugriffslevel.

Management-Level

Sieht:

  • Scores
  • Trends
  • Data Products
  • Schweregrad
  • verantwortliche Person
  • aggregierte Fehlermengen

Data Steward und Data Owner

Sieht zusätzlich:

  • Rule Details
  • Business Keys
  • Fehlerursachen
  • Maßnahmen
  • kontrollierte Fehlerdetails

Technische Spezialisten

Sieht zusätzlich:

  • Source System
  • Load ID
  • technische Events
  • Pipeline- oder Job-Information
  • Quarantäne- oder Evidenzlink

Schutzmaßnahmen:

  • personenbezogene Daten maskieren
  • unnötige Attribute nicht laden
  • Detaildaten zeitlich begrenzen
  • Section Access in Qlik oder Row-Level Security in Power BI einsetzen
  • Exportberechtigungen begrenzen
  • Zugriffe auditieren
  • Detailseiten getrennt berechtigen

Ein Data Quality Cockpit darf nicht zu einem unkontrollierten alternativen Datenzugang werden.

SLA-Modell

SLA beginnt nicht erst mit dem Ticket.

Ein mögliches SLA-Modell:

Severity Acknowledge Analyse begonnen Behebung oder akzeptierter Plan
Critical 1 Stunde 4 Stunden 1 Arbeitstag
High 4 Stunden 1 Arbeitstag 3 Arbeitstage
Medium 1 Arbeitstag 3 Arbeitstage 10 Arbeitstage
Low 3 Arbeitstage nach Planung nach Roadmap

Die konkreten Zeiten müssen von der Organisation definiert werden.

Sinnvolle Zeitpunkte:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

Detected At
Assigned At
Acknowledged At
Analysis Started At
Resolved At
Re-Tested At
Closed At

Daraus entstehen Kennzahlen:

  • Time to Assign
  • Time to Acknowledge
  • Time to Resolve
  • Time to Re-Test
  • SLA Compliance
  • Overdue Age
  • Reopen Rate

Ein Fehler ist nicht mit der Datenkorrektur abgeschlossen

Ein vollständiger Abschluss benötigt:

Ohne Re-Test bleibt unklar, ob die Maßnahme wirksam war.

Maßnahmen und Tickets

Die DQ_ACTION-Tabelle kann aus einem Workflow- oder Ticketsystem kommen.

Ein Data Quality Cockpit sollte mindestens verlinken können auf:

  • ServiceNow
  • Jira
  • Azure DevOps
  • Microsoft Planner
  • Power Automate Workflow
  • Qlik Application Automation
  • internes Governance-Portal

Das BI-Tool muss nicht das führende Ticket-System werden.

Besser:

Die führende Quelle für Maßnahmenstatus muss eindeutig sein.

Alerting

Alerts sollten gezielt eingesetzt werden.

Sinnvolle Trigger:

  • Critical Rule Failed
  • Failure Rate über Threshold
  • Quality Score fällt stärker als definierter Grenzwert
  • Regel schlägt in mehreren Läufen hintereinander fehl
  • Data Product wurde nicht geprüft
  • Test endet mit Error
  • Maßnahme wird überfällig
  • Re-Test schlägt erneut fehl

Nicht jede einzelne fehlerhafte Zeile benötigt eine Benachrichtigung.

Qlik

Qlik Cloud kann datenbasierte Alerts für definierte Bedingungen und Schwellenwerte auswerten. Qlik Alerting bietet ebenfalls datenbezogene und komplexere Alert-Bedingungen, abhängig von der eingesetzten Qlik-Umgebung und Lizenzierung.

Power BI

Power BI unterstützt Datenwarnungen für bestimmte Dashboard-Kacheln wie KPIs, Karten und Gauges. Zusätzlich stehen je nach Umgebung weitere Report-Alert-Funktionen zur Verfügung. Die aktuell verfügbare Funktionalität und Preview-Kennzeichnung sollte vor der Umsetzung geprüft werden.

Für komplexe operative DQ-Alerts ist häufig eine vorgelagerte Workflow-Logik robuster als ausschließlich visuelles Alerting.

Performance und Datenvolumen

Fehlerdetailtabellen können sehr groß werden.

Empfehlungen:

  • Cockpit standardmäßig auf aggregierte Fakten setzen
  • Fehlerdetails erst bei Drill-down laden
  • aktuelle Detaildaten von historischer Evidenz trennen
  • Partitionierung nach Datum oder Run
  • inkrementelles Laden
  • nur relevante Spalten bereitstellen
  • große Fehlergruppen samplen oder paginieren
  • Detail-Retention begrenzen
  • aggregierte Historie länger aufbewahren

Beispiel:

Beispiel (Lehrfall, keine Kundendaten): Typisches Muster aus Governance-Projekten — im eigenen Umfeld durch Catalog-/BI-/Ticket-/Prozessquellen ersetzen.

DQ_TEST_RESULT:
36 Monate

DQ_FAILURE_DETAIL:
30 bis 90 Tage

Quarantäne:
abhängig von Fachprozess und Datenschutz

Die konkreten Fristen müssen durch Governance, Datenschutz und operative Anforderungen festgelegt werden.

Aktualität des Cockpits

Das Cockpit sollte sichtbar ausweisen:

  • Last Result Loaded At
  • Last Source Refresh
  • Last Successful Test Run
  • Result Latency
  • Action Status Sync Time

Ein Quality Score von 100 Prozent ist wertlos, wenn die Daten seit drei Tagen nicht aktualisiert wurden.

Deshalb ist die Aktualität des Monitorings selbst eine Kontrollkennzahl.

Empfohlene Cockpit-Seiten

Seite 1 — Management Overview

  • Quality Score
  • Failure Rate
  • Rule Pass Rate
  • Trends
  • Schweregrad
  • Top Data Products
  • SLA
  • offene Maßnahmen

Seite 2 — Data Product Analysis

  • Domain und Data Product
  • Tabelle und Spalte
  • Quality Dimensions
  • Regeln
  • Plattform
  • zeitliche Entwicklung

Seite 3 — Rule Details

  • Regeldefinition
  • Threshold
  • Version
  • verantwortliche Person
  • letzte Läufe
  • Statushistorie
  • technische Herkunft
  • Maßnahmen

Seite 4 — Failure Records

  • Fehlerdatensätze
  • Quellsystem
  • Load ID
  • Ursache
  • Evidenz
  • Export nur bei Berechtigung

Seite 5 — Actions and SLA

  • offene Maßnahmen
  • überfällige Maßnahmen
  • verantwortliche Person
  • Alter
  • Status
  • Re-Test
  • Ticket-Link

Abnahmekriterien für ein operatives Cockpit

Ein Cockpit ist bereit für den Betrieb, wenn:

  1. Jede KPI-Formel dokumentiert ist.
  2. Failure Rate und Rule Pass Rate getrennt sind.
  3. Errors und Skipped Tests sichtbar bleiben.
  4. Zeit-, Data-Product-, Regel- und Owner-Filter konsistent funktionieren.
  5. Der Drill-down bis zur Regel möglich ist.
  6. Berechtigte Nutzer Fehlerdetails sehen können.
  7. Owner und Severity historisch nachvollziehbar sind.
  8. Maßnahmen und SLA mit den Fehlern verbunden sind.
  9. Ein Re-Test-Ergebnis den Abschluss bestätigt.
  10. Qlik und Power BI dieselbe fachliche Semantik verwenden.
  11. Detailzugriffe datenschutzkonform sind.
  12. Cockpit-Aktualität und Datenlatenz sichtbar sind.

Typische Fehlentscheidungen

Einen nicht dokumentierten Quality Score verwenden

Dann ist die Kennzahl nicht auditierbar und kann nicht verlässlich verglichen werden.

Prozentwerte mitteln

Failure Rates müssen auf Basis ihrer Zähler und Nenner aggregiert werden.

Errors ausblenden

Ein nicht ausführbarer Test ist kein bestandener Test.

Management und Fehlerdetails auf dieselbe Seite laden

Das verschlechtert Performance, Bedienbarkeit und Datenschutz.

Owner nur als aktuellen Stammdatenwert verwenden

Historische Verantwortlichkeit kann dadurch falsch erscheinen.

Maßnahmen ohne Re-Test schließen

Die tatsächliche Verbesserung bleibt unbewiesen.

Qlik- und Power-BI-Logik getrennt entwickeln

Dann entstehen unterschiedliche Quality Scores für dieselben Daten.

Jede Warnung als Ticket erzeugen

Das erzeugt Alert Fatigue und überlastet den Prozess.

Details ohne Zugriffskontrolle bereitstellen

Datenqualität darf Datenschutz und Berechtigungskonzepte nicht umgehen.

Die zentrale Erkenntnis

Ein Data Quality Cockpit ist die operative Schnittstelle zwischen technischen Tests, fachlicher Verantwortung und nachweisbarer Verbesserung.

Die standardisierte DQ-Historie liefert:

  • Regeln
  • Testläufe
  • Status
  • Mengen
  • Fehlerraten
  • verantwortliche Person
  • Schweregrad

Qlik und Power BI ergänzen:

  • Quality Score
  • Trends
  • Selektionen und Drill-down
  • Data-Product- und Regelperspektiven
  • SLA- und Maßnahmensteuerung
  • kontrollierten Zugriff auf Fehlerdetails

Der Prozess wird geschlossen durch:

Damit endet die Serie nicht bei einer Visualisierung. Sie endet bei einem wiederholbaren Betriebsmodell für messbare Datenqualität.

Passende Playbooks

Quellen und weiterführende Dokumentation

Stand der Funktionsbeschreibung: Juli 2026. Qlik- und Power-BI-Funktionen, Lizenzabhängigkeiten und Preview-Status können sich ändern. Vor der Umsetzung sollte die aktuelle Herstellerdokumentation geprüft werden.

DQ on the platform

Part 5 of 5

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