Backup, Upgrade und Betriebsnachweise
Restore-Tests, Upgrade-Runbook, Ingestion-Monitoring und On-Call — für On-Prem und Cloud gleichermaßen.
Herausforderung
Ohne Restore-Test und Upgrade-Runbook ist „Produktion“ nur eine lange laufende PoC. Stale Ingestion und fehlgeschlagene Connectoren bleiben unsichtbar, bis Consumer es merken. Auth (Teil 6) und Deploy-Härte (Teile 4–5) helfen wenig, wenn niemand beweisen kann, dass der Katalog nach einem Disk-Ausfall oder Major-Upgrade wiedersteht.
Typische Symptome:
- Backups laufen „irgendwo“, Restore wurde nie geübt.
- Upgrade wird kurzfristig direkt auf Produktion gemacht.
- Connector-Failures landen nur in Logs, die niemand liest.
- On-Call ist „das Platform-Team“ ohne Namen und ohne Connector-verantwortliche Person.
Ansatz
Betriebsreife an Nachweisen festmachen — unabhängig von On-Prem oder Cloud:
| Nachweis | Minimum |
|---|---|
| Backup | Automatisch; Aufbewahrung definiert |
| Restore | Mindestens ein erfolgreicher Restore-Test pro Jahr / vor Major-Upgrade |
| Upgrade | Runbook: Staging → Prod, Rollback |
| Ingestion | Alert bei Failure und Stale (Freshness-SLO) |
| On-Call | Benannte Eskalation Platform + Connector-Owner |
| Kapazität | Disk-/Search-Headroom und Job-Limits beobachtet |
Backup → Restore-Test
Upgrade-Runbook → Staging-Probe
Monitoring → Alert → On-Call
Freshness-SLO → Connector-Owner

Was genau sichern?
Mindestens:
- Metadata Store (Entitäten, Users/Teams-Bezug, Policies — je nach Setup).
- Search-Index oder reproduzierbarer Reindex-Pfad nach Restore.
- Konfiguration von Server, Ingestion und Secret-Referenzen (nicht Klartext-Secrets in Backup-Tickets).
- Bei Self-hosted: Volumes/Snapshots und Object-Storage-Ziele; bei SaaS: Vendor-RPO/RTO und euer Export-Pfad.
Dokumentiert RPO/RTO als Ziel — auch wenn die erste Version grob ist. Ohne Zahl gibt es keinen Streitwert bei Incidents.
Empfohlenes Vorgehen
- Backup-Job aktivieren und Aufbewahrung (Tage/Wochen) festlegen.
- Restore auf Staging üben: Datum, Dauer, beteiligte Personen, bekannte Lücken (z. B. Reindex-Zeit).
- Upgrade-Runbook schreiben: Versionsmatrix, Breaking Changes, Staging-Probe, Rollback, Kommunikationsplan.
- Ingestion-Monitoring: Failure-Alert und Stale-Alert (letzte erfolgreiche Laufzeit vs SLO).
- On-Call-Matrix: Platform für Betrieb; Connector-Owner für Source-Rechte und Scope.
- Kapazität: Search-Heap, Disk, parallele Jobs — Schwellen und Escalation.
- Nach jedem Major-Upgrade: Smoke (Login, Search, ein Connector) und kurzer Postmortem nur bei Abweichung.
Freshness und Verantwortung
Ein grüner Server mit roten oder stillen Jobs ist kein Katalogprodukt. Freshness-SLOs (z. B. „Warehouse-Metadata ≤ 24h alt“) brauchen einen Owner. Platform owned die Runner-Plattform; Domänen owned den Connector-Scope und die Source-Credentials — dieselbe Trennung wie in Teil 4 und in openmetadata-connectors.
Häufige Anti-Patterns
- Backup ohne Restore-Test.
- Upgrade nur auf Produktion, „weil Staging fehlt“.
- Nur Failure-Alerts, keine Stale-Alerts.
- Ein On-Call für alles ohne Connector-verantwortliche Person.
- Secrets im Backup-Ticket oder im Runbook-Wiki im Klartext.
Troubleshooting-Hinweise
- Restore dauert zu lang: parallele Restore-Pfade, Reindex vs Snapshot des Search-Clusters prüfen.
- Nach Upgrade UI ok, Connectoren tot: Ingestion-Version/Compat und Secret-Refs prüfen.
- Alert-Sturm: Thresholds und Deduplizierung; Stale vs Failure trennen.
- SaaS: Dienstleister-Statusseite und eure Export-/Support-Pfad parallel zum eigenen Runbook halten.
Hilfe beim Umsetzen
Plant einen halben Tag Staging: Restore üben → Dauer notieren → einen Ingestion-Smoke mit OpenMetadata-Ingestions-Generator-Job → Login/Search prüfen. Upgrade-Runbook als Checkliste mit Rollback-Zeile.
Alerts: getrennte Regeln für Failure und Stale. On-Call-Namen (Menschen) neben Connector-Owner — nicht nur Team-Alias.
Checkliste vor „wir sind prod-ready“
- Restore-Test datiert und erfolgreich?
- Upgrade-Runbook und Staging-Probe vorhanden?
- Failure- und Stale-Alerts aktiv und getestet?
- On-Call-Namen (nicht nur Team-Alias) bekannt?
- RPO/RTO und Backup-Aufbewahrung schriftlich?
- Teil 6 (SSO/Secrets) und Deploy-Pfad (Teil 1) abgeschlossen?

Artefakt
Production Readiness Pack: Restore-Protokoll, Upgrade-Runbook, Alert-Liste, On-Call-Matrix, RPO/RTO-Eintrag im Deploy-Record.
Tools
- OpenMetadata Deployment — Backup-/Upgrade-Hinweise der gewählten Betrieb.
- OpenMetadata-Ingestions-Generator — standardisierte Ingestion-Jobs für Freshness-Smoke nach Restore/Upgrade.
- Alertmanager/Pager + Staging (intern) — Stale/Failure und Restore-Proben.
Ressourcen
- OpenMetadata Deployment
- Interne Change-/Incident-Prozesse eurer Organisation
OpenMetadata: Installation and First Production-Ready Steps
Part 7 of 8
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